Vor Streik der Lokführer
„Nichtreden macht nichts besser“

Deutsche Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber nennt die Streiks seiner Lokführer „unverantwortlich“ – und fordert die Rückkehr zu neuen Verhandlungen. Es droht ein unbefristeter Streik.
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BerlinIm Tarifstreit mit den Lokführern hofft die Deutsche Bahn, unbefristete Streiks noch abwenden zu können. „Die Möglichkeiten, im Gespräch eine Lösung zu finden, sind noch nicht ausgereizt“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) vom Montag. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL forderte er auf, umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Nichtreden macht nichts besser“, sagte Weber dem Blatt.

Die GDL hatte am Donnerstag beschlossen, ihre Mitglieder in einer Urabstimmung über unbefristete Streiks abstimmen zu lassen. Angesichts der hohen Beteiligung an den zwei bisherigen Warnstreiks sei die "Vorbereitung weiterer Arbeitskämpfe unabdingbar", hatte die Gewerkschaft mitgeteilt. Weber sagte der SZ, eine Urabstimmung werde erst dann vorgenommen, wenn Verhandlungen völlig festgefahren seien. "So weit waren wir aber längst noch nicht", betonte er. Streiks seien in jedem Fall „völlig überflüssig und absolut unverantwortlich“.

Um den Konflikt zu entschärfen, hatte Weber in der vergangenen Woche vorgeschlagen, zwei Moderatoren einzuschalten. GDL-Chef Claus Weselsky hatte dies jedoch umgehend abgelehnt. Weber sagte der SZ, dies lasse ihn an der Gesprächsbereitschaft der GDL zweifeln, da eine derartige Moderation „völlig unverbindlich“ sei. Weselsky sagte dem Blatt, dass Streiks für ihn nur ein "Ultima-Ratio-Mittel" seien, um die Bahn zu zwingen, „sich endlich zu bewegen“. „Wir wollen keine unbefristeten Streiks“, sagte er.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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