Vorbereitungen sind getroffen
Deutsche Post will weitere eigene Aktien zum Handel zulassen

Die Post ebnet den Weg für weitere Anteilsverkäufe der öffentlichen Hand. Somit könnte sich die öffentliche Hand schon bald von Anteilen an dem Unternehmen trennen. Die Post habe die Vorbereitungen für die Zulassung von bisher noch nicht zum Handel freigegebenen rund 556 Millionen Aktien getroffen, sagte ein Sprecher des Unternehmens in Bonn.

HB DÜSSELDORF/BONN. Dies entspreche 50 Prozent plus 26 Aktien des Grundkapitals. In einer Finanzanzeige hatte die Post am Samstag mitgeteilt, bei einem planmäßigen Verlauf könne die Zulassung der Aktien an allen deutschen Wertpapierbörsen Ende Oktober 2004 erfolgen. Derzeit hält die KfW-Bankengruppe rund 42 Prozent der Aktien des ehemaligen Staats-Monopolisten. Papiere der Post sollen veräußert werden, wenn die Marktbedingungen dies erlauben. Die Aktien der Deutschen Post verloren am Montag in einem insgesamt kaum veränderten Markt rund ein Prozent auf 16 Euro.

Bei der Privatisierung der Post hatte der Bund die Mehrheit an dem ehemals öffentlichen Unternehmen behalten. Die gesetzlichen Vorgaben für die Mehrheitsbeteiligung existierten jetzt nicht mehr, sagte der Post-Sprecher weiter. Deshalb habe die Post nun die Zulassung der Papiere für den Handel beantragt. KfW-Chef Hans Reich hatte zuletzt im Juni mit Blick auf die von der öffentlichen Förderbank gehaltenen Post-Papiere gesagt: „Aber wir denken natürlich jeden Tag darüber nach und könnten in einem attraktiven Marktumfeld rasch handeln.“ Die KfW hält 474 Millionen Post-Aktien (42,6 Prozent der Anteile).

Die KfW gehört zu 80 Prozent dem Bund. Die restlichen Anteile liegen bei den Ländern. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) setzt in seinen Haushaltsplanungen auf massive Privatisierungserlöse. Die KfW hatte am Montag erklärt, sie platziere für den Bund Aktien und Optionsscheine der Deutschen Telekom im Volumen von insgesamt mehr als vier Milliarden Euro am Kapitalmarkt. Die Finanzmärkte seien derzeit „aufnahmefähig“, begründete eine KfW-Sprecherin am Montag den Schritt, über den an der Börse seit längerem spekuliert worden war.

Die KfW hält derzeit mit rund 703 Millionen Aktien 16,7 Prozent an dem Bonner Telekom-Konzern. Im Falle einer vollständigen Platzierung aller Aktien und Optionen würden noch rund zehn Prozent oder 400 Millionen Telekom-Aktien bei der KfW liegen. Insgesamt gibt es fast 4,2 Milliarden Anteilsscheine.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%