Vorfeld der Hauptversammlung
Tui-Chef verspricht mehr Gewinn

2006 werde in der Schifffahrt zwar noch „ein Jahr des Übergangs“, sagte Tui-Chef Frenzel, mit dem Ausbau der Schifffahrtssparte werde der Touristikkonzern aber die Ertragskraft binnen drei Jahren verdoppeln. Analysten bezweifeln allerdings, dass Tui seine Gewinnziele erreichen kann.

HB FRANKFURT. Das operative Ergebnis solle bis 2008 mindestens auf 1,3 Mrd. Euro steigen, versprach Konzernchef Michael Frenzel zwei Tage vor der Aktionärsversammlung in einem Interview mit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Am Mittwoch stehen zunächst allerdings die enttäuschenden Zahlen vom Vorjahr mit einem unerwartet starken Gewinnrückgang im Blickpunkt. Für das erste Quartal dieses Jahres, dessen Bilanz an diesem Dienstag veröffentlicht werden, erwarten die Touristik-Experten der Banken höhere Verluste als im Vorjahr.

Die Tui-Aktie ist seit Jahresbeginn schlechtester Wert im Deutschen Aktienindex Dax, wenngleich Frenzels Gewinnversprechen das Papier am Montag um 2,5 Prozent auf 17,25 Euro nach oben trieb.

Mittelfristig werde Tui wesentlich besser dastehen, betonte Frenzel erneut. Durch die Integration der kanadischen Reederei CP Ships und Effizienzverbesserungen in der Touristik solle der operative Gewinn sich mehr als verdoppeln, sagte Frenzel. Die Integration von CP Ships werde eine Belastung von bis zu 100 Mill. Euro mit sich bringen. Aber: „Die Schifffahrt wird uns noch viel Spaß machen.“ Weiter sagte Frenzel: „Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Ziele auch erreichen können.“

Analysten zweifeln allerdings mittlerweile, dass Tui seine Gewinnziele erreichen kann. Internationale Banken wie UBS oder BNP Paribas haben für Tui ein Aktienkursziel von gerade einmal 14 Euro ausgegeben. „Tui verändert außerdem ständig die Bilanzierungsregeln. Da steigt noch jemand durch. Ständig gibt es irgendeinen Sondereffekt“, kritisiert ein Frankfurter Analyst.

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