Vorläufiges Ergebnis
Einzelhandelsumsatz schrumpft im Juli

Der Umsatz im Einzelhandel ist im Juli im Vorjahresvergleich erneut geschrumpft. Gegenüber dem Juni war jedoch ein leichtes Plus zu verzeichnen, das die Erwartungen geringfügig übertroffen hat.

HB WIESBADEN. Der deutsche Einzelhandel hat erneut einen Umsatzrückgang verkraften müssen. Im Juli lagen die Erlöse nominal um 2,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Unter Einberechnung der Inflation wurde real 1,0 Prozent weniger umgesetzt. Etwas Hoffnung macht den Händlern, dass ihre Umsätze im direkten Vergleich zum Juni 2009 unter Berücksichtigung von Saison-und Kalendereffekten real um 0,7 Prozent gestiegen sind. Im Mai und Juni waren die Umsätze der Einzelhändler im Vergleich zu den jeweiligen Vormonaten noch überraschend deutlich gefallen.

In den ersten sieben Monaten des Jahres verringerte sich der Umsatz im deutschen Einzelhandel nominal um 2,3 Prozent und real um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die positiven Zahlen im Vormonatsvergleich ändern nach Ansicht von Volkswirten aber nichts daran, dass der Trend bei den Einzelhandelsumsätzen deutlich nach unten geht. Ausschlaggebend sei vor allem der erwartete Anstieg der Arbeitslosenzahlen. „Deshalb wird es vom privaten Verbrauch in der zweiten Jahreshälfte (und wahrscheinlich auch über weite Strecken des kommenden Jahres) keine Impulse für die Konjunktur in Deutschland geben“, schreibt Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen in einer Kurzanalyse. Dennoch seien für das dritte und vierte Quartal hohe Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu erwarten. Unter anderem die anziehenden Exporte werden seiner Einschätzung nach die Schwäche des privaten Verbrauchs mehr als kompensieren.

Analysten der UniCredit bewerten die Umsatzentwicklung im Einzelhandel angesichts der tiefsten Rezession der deutschen Wirtschaft in der Nachkriegszeit dennoch positiv. In den vier Quartalen mit schrumpfender Wirtschaftsleistung sei der private Konsum um beachtliche 0,5 Prozent gestiegen, betont Volkswirt Alexander Koch. Diese Entwicklung sei den staatlichen Anreizprogrammen, der Ausdehnung der Kurzarbeit und den niedrigen Teuerungsraten zu verdanken. Wegen der schlechten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt bleibe eine „Verbraucherrezession“ am Ende der „generellen Rezession“ aber möglich.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte nach Angaben der Statistiker im Juli 2009 real 0,1 Prozent mehr um als im Juli 2008. Dabei wurde in Supermärkten, SB- Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 0,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat abgesetzt, beim Facheinzelhandel mit Lebensmitteln waren die Umsätze real um 2,9 Prozent niedriger.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln wurde im Juli real 1,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat umgesetzt. In diesem Segment erzielte lediglich der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren eine reale Umsatzsteigerung um 2,2 Prozent im Vergleich zum Juli 2008.

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