Vorsitz im Aufsichtsrat
Rewe-Boss soll Chefaufseher bei Karstadt werden

Neu-Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen lässt keine Zeit verstreichen und baut die Warenhauskette nach seinen Wünschen um. Der erste Schritt: Der US-Investor will Rewe-Chef Alain Caparros in den Aufsichtsrat berufen, wo er auch den Vorsitz übernehmen soll. Darüber hinaus ziehen zwei Vertreter von Berggruen Holdings in das Gremium ein.
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HB FRANKFURT. Rewe-Chef Alain Caparros soll künftig den Aufsichtsrat der Warenhauskette Karstadt führen. Der neue Eigentümer von Karstadt, der US-Investor Nicolas Berggruen, kündigte am Mittwoch an, den Franzosen in das Aufsichtsgremium zu berufen. In dem 20-köpfigen Aufsichtsrat solle der Chef des deutschen Lebensmittel- und Touristikkonzerns auch den Vorsitz übernehmen. Den Posten hat bisher noch Roland Hoffmann-Theinert inne, ein Anwalt aus der Kanzlei von Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg.

Rewe betreibt in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Karstadt 42 „Perfetto“-Feinkostabteilungen in den Warenhäusern, in denen allein 2 600 Menschen beschäftigt sind. Nach diesem Muster sucht Berggruen auch für andere Bereiche von Karstadt unternehmerische Partner.

„Alain Caparros zählt zu den Top-Führungskräften im europäischen Einzelhandel“, hieß es in einer Mitteilung Berggruens. Caparros erklärte, er sei überzeugt, „dass Karstadt vielversprechende Perspektiven besitzt“. Er wolle sein Wissen und seine Erfahrung einbringen, die er in den vergangenen 30 Jahren im Einzelhandel gewonnen habe, um Karstadt dabei zu unterstützen, wieder ein starkes Unternehmen zu werden.

Neben Caparros ziehen zwei Vertreter von Berggruen Holdings, der Investmentgesellschaft des Milliardärs, in den Aufsichtsrat von Karstadt ein: Samuel Czarny, der Berggruens Immobilien in Deutschland verwaltet, und Jared Bluestein, der das operative Geschäft seiner Beteiligungsholding verantwortet.

Nach einer monatelangen Zitterpartie hatte Berggruen am vergangenen Freitag das traditionsreiche Unternehmen übernommen. Zuvor hatte das Essener Amtsgericht das Insolvenzverfahren nach 15 Monaten aufgehoben. Seit dem Sommer hatten die 25 000 Karstadt-Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze bangen müssen.

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  • ich finde es super, daß es bei Karstadt wieder aufwärts geht. Einer der wenigen Lichtblicke in Deutschland.

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