Vorstand kürzt eigenes Gehalt - Warenhauskonzept auf dem Prüfstand
Karstadt-Quelle verabschiedet sich von defizitären Bereichen

Der Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle hat 2003 enttäuschende Ergebnis- und Umsatzzahlen hingelegt. Und auch in diesem Jahr wird kein Umsatzwachstum mehr erwartet. Daher stellt Vorstandschef Urban das Geschäftsmodell Warenhaus generell auf den Prüfstand. Um unter den Mitarbeitern Verständnis für weitere Kostensenkungen im Personalbereich zu wecken, stimmte der Vorstand zudem erstmals der freiwilligen Senkung seiner Bezüge zu.

HB DÜSSELDORF. „Wir müssen das Geschäftsmodell Warenhaus überprüfen und, wo notwendig, den Mut zu Veränderungen haben“, sagte Urban in einem redaktionell bearbeiteten Interview der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montagausgabe). So sollen mittelfristig bis zu 20 % der Verkaufsfläche und des Umsatzes in den Warenhäusern an Konzessionäre abgegeben werden. Derzeit seien dies erst rund zwei Prozent. Der Konzern werde sich aus dem defizitären Geschäft mit technischen Artikeln zurückziehen und wie bereits berichtet vom 1. Januar 2005 an sein Lebensmittelgeschäft gemeinsam mit Rewe betreiben, fügte Urban hinzu. Durch diese beiden Maßnahmen entledige sich der Essener Konzern von Verlusten von mehr als 100 Mill. € jährlich.

Zugleich bestätigte Konzernsprecher Jörg Howe am Montag, dass der Vorstand einer spürbaren Kürzung seiner variablen Gehaltsbestandteile zugestimmt habe. „Die Bonuszahlungen im Vorstand werden um bis zu 40 % gekürzt.“ Genaue Summen oder eine Aufschlüsselung nach einzelnen Vorstandsmitgliedern gab er nicht Preis. Der Vorstand habe ein positives Zeichen an die Mitarbeiter senden wollen. „Das ist jetzt das richtige Signal nach drinnen und draußen“, sagte der Sprecher.

„Wir können derzeit nicht mit steigenden Umsätzen rechnen“, sagte Urban in dem Zeitungsinterview. Eine genauere Prognose gab er aber nicht. Näheres dazu erwarten Branchenexperten jedoch an diesem Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. 2003 war der Konzernumsatz um 3,4 % auf 15,3 Mrd. € geschrumpft.

Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern will nach seinem 2003 erlittenen Gewinneinbruch 75 Mill. € Personalkosten sparen und möglicherweise bis zu 3000 Arbeitsplätze abbauen. Die angestrebten Einsparungen sollten aber möglichst ohne Stellenstreichungen im Verkauf erreicht werden, hatte der Konzern vergangene Woche erklärt. Vor allem wegen der Verluste seiner Touristikbeteiligung Thomas Cook hatte Karstadt-Quelle im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang auf 108 (Vorjahr: 162) Mill. € nach Steuern verbucht und damit die Markterwartungen enttäuscht.

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