Vorstand kürzt sich im Gegenzug selbst die Bezüge
Karstadt-Quelle baut 3 000 Arbeitsplätze ab

Karstadt-Quelle will weitere 3 000 Arbeitsplätze streichen. Im Gegenzug verzichtet der Konzernvorstand auf einen Teil seiner Bezüge. Auch die Mitglieder des Aufsichtsrats wollen bei ihren Tantiemen Abstriche machen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Aufsichtsgremiums. Über die Höhe des Verzichts von Vorstand und Aufsichtsrat wurde Stillschweigen vereinbart.

DÜSSELDORF. Nach den Plänen des Vorstands sollen die Stellen in den Kaufhäusern des Warenhaus- und Versandhandelskonzerns abgebaut werden. Noch in der Woche vor Ostern will der Vorstand mit dem Betriebsrat die Details der Stellenstreichungen verhandeln. Mit dem Verzicht auf einen Teil der Bezüge will der Vorstand die Gesprächsatmosphäre offenbar positiv beeinflussen. Neben dem Personalabbau stehen auch Gehaltskürzungen für die Mitarbeiter auf der Agenda. Gegen die Pläne regt sich Widerstand: „Mit uns wird es keinen Lohnabbau geben“, sagte ein Betriebsratsvertreter dem Handelsblatt.

Zum Jahreswechsel ist eine weitere Reduzierung der Belegschaft geplant: 4 000 Karstadt-Mitarbeiter sollen das Unternehmen verlassen. Wie ein Konzernsprecher gestern Abend mitteilte, hat der Aufsichtsrat der Gründung eines Joint Ventures mit der Kölner Rewe Handelsgesellschaft zugestimmt. Das Gemeinschaftsunternehmen soll ab dem kommenden Jahr die 72 Lebensmittelabteilungen in den Karstadt-Warenhäusern übernehmen, die als defizitär gelten.

Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern hat wegen der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher 2003 einen deutlich geringeren Gewinn als im Jahr zuvor erzielt. Wie das Essener Unternehmen gestern mitteilte, schrumpfte der Nettogewinn 2003 auf 108 Mill. Euro – nach 162 Mill. Euro im Vorjahr. Damit lag der von der Konsumkrise gebeutelte Konzern deutlich unter den Erwartungen der Analysten.

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