Vorstand will Kosten um 500 Millionen Euro senken
Karstadt pocht auf Personal-Einsparungen

Der finanziell angeschlagene Handelsriese Karstadt-Quelle will beim Personal in den nächsten drei Jahren 500 Millionen Euro einsparen. Damit drohen den Beschäftigten neben immer noch möglichen betriebsbedingten Kündigungen Einkommenseinbußen in der Größenordnung von bis zu 10 Prozent.

ire/vwd/dpa DÜSSELDORF. Diese Zahlen nannte Konzernsprecher Jörg Howe am Dienstag in Essen nach Verhandlungen zwischen Vorstand, Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi. Die Gespräche sollen noch bis Donnerstag laufen und müssen aus Sicht des Vorstands spätestens dann mit einer Einigung enden.

Die Arbeitnehmer des Konzerns sehen eine Verständigung mit dem Management allerdings noch in weiter Ferne. Man liege in den entscheidenden Punkten weit auseinander, sagte Franziska Wiethold, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Verdi. Diese werde alles in den eigenen Möglichkeiten stehende tun, um zu einer Übereinkunft zu kommen. Doch „nicht um jeden Preis“. Wiethold schloss nicht aus, dass die Gespräche auch scheitern könnten.

Das vom Vorstandsvorsitzenden Christoph Achenbach verlangte Einsparvolumen von 500 Mill. Euro im Bereich Personal bis zum Jahr 2005 sei nicht diskutabel, betonte Konzernsprecher Howe. Mit den Arbeitnehmervertretern würde über Urlaubsverzicht, Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld und Gehaltsverzicht auch im tariflichen Bereich diskutiert. Auch eine Arbeitszeitverlängerung auf mindestens 40 Stunden pro Woche und betriebsbedingte Kündigungen seien Gesprächsthemen, sagt Howe.

Der Konzernvorstand strebt eine Einigung bis zum Donnerstag an, weil für diesen Tag eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung der Gesellschaft anberaumt worden ist, die den Weg für eine Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro bereiten soll. Diese Kapitalerhöhung wiederum ist Voraussetzung für die Verlängerung der Kreditlinie durch die Gläubigerbanken auf drei Jahre.

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