Vorstandschef Bart Becht im Interview
Reckitt Benckiser plant weitere Übernahmen

Der britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser hat Interesse an weiteren Zukäufen. Vorstandschef Bart Becht sagte im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass er sich sowohl regionale Ergänzungen als auch Verstärkungen in einzelnen Produktkategorien wünsche. Vor allem in China und Japan brauche Reckitt mehr kritische Masse, sagte Becht.

DÜSSELDORF. Unter den Produktkategorien seien vor allem Medizin und Körperpflege interessant. Zuletzt hat sich der weltweit führende Hersteller von Haushaltsreinigern durch kostspielige Übernahmen eine starke Stellung im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten aufgebaut. Die größte Übernahme war 2006 die von Boots Healthcare International für rund 2,4 Milliarden Euro. Sie brachte Marken wie "Clearasil" und "Nurofen" ins Reckitt-Programm.

Der Markt für rezeptfreie Medizin bietet laut Becht noch einigen Spielraum zur Konsolidierung. "Zu viele Marken wollen wir nicht im Portfolio haben, aber ein weiteres halbes Dutzend Power-Marken könnten wir schon vertragen", sagte Becht weiter. Zurzeit definiert der Konzern 19 seiner Marken als "Power-Marken", die er weltweit mit massiver Werbeunterstützung vermarktet. Dafür setzt Becht immer stärker auf Printmedien zu Lasten des Fernsehens. "Es fließt mehr und mehr Geld vom Fernsehen zu anderen Medien. Ich finde, dass Print im Vergleich zum Fernsehen stark an Qualität gewonnen hat."

Im Folgenden das gesamte Interview mit Vorstandschef Bart Brecht:

Handelsblatt: Herr Becht, Nordamerika und Europa sind für Reckitt Benckiser die wichtigsten Märkte. Wie beeinflusst der Abschwung ihre Geschäfte?

Bart Brecht: Wir sind von Konjunkturzyklen nicht so stark betroffen. Die Märkte für unsere Produkte wachsen normalerweise um drei bis vier Prozent im Jahr. In schwachen Jahren sind es nur zwei Prozent, in besonders guten bis zu sechs. Wenn das Verbrauchervertrauen sinkt, verlangsamt sich das Wachstum also, es verschwindet aber nicht. So sieht es im Moment in Teilen Westeuropas und in Nordamerika aus.

Wechseln die Kunden derzeit von Reckitt-Benckiser-Produkten auf billigere Alternativen?

So wenig sie im Aufschwung auf teurere Haushaltsreiniger umsteigen, so wenig wechseln sie im Abschwung zu billigeren. Der Anteil am verfügbaren Einkommen, den Kunden für unsere Produkte ausgeben, ist gering. Das ist ganz einfach: Wenn Sie einen Bonus bekommen, dann ziehen sie nicht los und kaufen unsere Produkte. Und wenn Sie gefeuert werden, dann wechseln Sie auch nicht als erstes die Schmerzmittelmarke.

Seite 1:

Reckitt Benckiser plant weitere Übernahmen

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Seite 5:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%