Vorstandschef fordert Sonderstimmrechte für Aktionäre, die sich langfristig verpflichten
Breuer für Gesetze gegen Hedge-Fonds

Nach dem verlorenen Machtkampf mit kritischen Großaktionären tritt der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Rolf Breuer, möglicherweise noch früher als geplant von seinem Posten zurück.

HB FRANKFURT. Er werde „noch vor Jahresende die notwendigen personellen Weichen in Vorstand und Aufsichtsrat stellen helfen“, sagte er dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. Am Montag hatte Breuer seinen Rückzug zum Jahresende angekündigt.

„Sobald ich eine Lösung liefern kann, trete ich zurück. Am liebsten träte ich sofort zurück“, sagte er dem Magazin. Breuer wollte aber auch nicht ausschließen, dass er bereits auf der Hauptversammlung am 25. Mai gestürzt wird. Er rechne damit, dass der Hedge-Fonds The Children's Investment Fund (TCI) daran festhalte, ihn zu kippen. Am Montag hatte Börse-Chef Werner Seifert auf Druck vor allem angelsächsischer Hedge-Fonds überraschend den Konzern verlassen.

Nach Breuers Einschätzung sind künftig auch andere Dax-Konzerne durch Fonds gefährdet: „Ich fürchte, jetzt kann es jeden erwischen“, sagte der langjährige Deutsche-Bank-Chef, der auch den Aufsichtsrat der größten deutschen Bank leitet. „Das wird für Vorstände in Deutschland eine ganz andere Welt sein und trifft die deutsche Volkswirtschaft ins Mark.“ Deshalb müsse man in Deutschland über strengere Gesetze gegen Hedge-Fonds „wohl ernsthaft nachdenken“. Aktionäre, die sich langfristig verpflichten, könnten Sonderstimmrechte eingeräumt werden.

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