Vorstandschef verlässt Unternhemen
Hedge-Fonds entmachten Börsen-Chef Seifert

Die Führungsriege der Deutschen Börse hat im Machtkampf mit Großaktionären aufgegeben. Damit ist es Hedge-Fonds erstmals gelungen, den Chef eines Dax-Unternehmens zu entmachten. Die SPD sieht sich dadurch bereits in ihrer Kapitalismuskritik bestätigt.

HB FRANKFURT. Aufsichtsratschef Rolf Breuer sei damit beauftragt worden, einen Nachfolger für Seifert zu suchen, teilte die Deutsche Börse am Montag mit. Dieser solle von außen kommen. Auch Breuer werde Ende des Jahres aus dem Amt scheiden. „Wir wollen damit inm Interesse des Unternehmens die Phase der kritischen Diskussion mit einigen Aktionären beenden“, sagte Breuer. Damit gehen die Manager, die die Deutsche Börse in zwölf Jahren von einem regional orientierten Handelsplatz zu einer der führenden Börsen weltweit gemacht haben.

Letztlich scheiterten sie daran, dass sie die Entschlossenheit der Hedge-Fonds in ihrem Aktionärskreis unterschätzten. Die Opposition um den Fonds TCI hat nun ihre Ziele auf der ganzen Linie erreicht: Zunächst zwang sie den Frankfurter Börsenbetreiber zur Rücknahme des Kaufangebots für die Londoner Börse, dann zur Ausschüttung der Barreserven und nun zum Austausch des Managements. TCI hält rund acht Prozent an der Deutschen Börse. Analysten forderten TCI nun auf, ihre Strategie für die Deutsche Börse vorzulegen. Der Fonds teilte am Abend mit, er begrüße die Entwicklung und wolle nun Gespräche über die Neubesetzung der Spitzenposten führen.

Die Aktie der Deutschen Börse reagierte mit Kursgewinnen auf die Nachricht und notierte rund zwei Prozent höher bei 61,74 €. Seit TCI massiv Opposition gegen das Management der Börse macht, hat die Aktie rund 36 % an Wert gewonnen.

Aktionärsschützer halten es für möglich, dass es ähnliche Vorfälle auch bei anderen Unternehmen in Deutschland geben könnte: „An solche Aktionärstaten werden wir uns mit der Internationalisierung unserer Aktionärsbasis gewöhnen müssen,“ sagte Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Gerade Aktionäre aus Großbritannien oder den USA träten viel selbstbewusster auf, sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). „Die Zeit der alten Deutschland AG ist definitiv vorbei“, sagte sein DSW-Kollege Klaus Nieding.

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