Vorwürfe gegen Schweizer Bank
J. Safra Sarasin soll eine Milliarde hinterzogen haben

Drogerie-Unternehmer Erwin Müller erhebt schwere Vorwürfe gegen die Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin. Das Institut soll den deutschen Staat um mehr als eine Milliarde Euro geprellt zu haben. Die Bank dementiert.
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MünchenDer schwäbische Drogerie-Unternehmer Erwin Müller wirft der Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin vor, den deutschen Fiskus bei fragwürdigen Aktiengeschäften um mehr als eine Milliarde Euro geprellt zu haben. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitierte am Wochenende aus einem Schreiben eines Anwalts von Müller an die eidgenössische Finanzmarktaufsicht. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der Bundeshaushalt „um mehr als eine Milliarde Euro geschädigt wurde“. Geschehen sein soll das bei Börsengeschäften, bei denen Aktien mit und ohne Dividendenanspruch in großen Mengen schnell gehandelt wurden.

Bei solchen Geschäften soll der deutsche Fiskus nach Schätzungen des Bundesfinanzministeriums bis 2012 von Banken, Fonds und Händlern um einen Milliardenbetrag pro Jahr erleichtert worden sein.

Der 80-jährige Müller besitzt einen der führenden Drogerie-Konzerne in Deutschland. Dem „SZ“-Bericht zufolge hatte er vor der Übernahme von Sarasin durch die brasilianische Milliardärs-Familie Safra und deren Unternehmensgruppe wiederholt Geschäfte mit der Schweizer Privatbank gemacht und zuletzt rund 50 Millionen Euro in ein Anlagemodell gesteckt.

J. Safra Sarasin widerspricht laut „Süddeutscher Zeitung“ über die Anwaltskanzlei Hengeler Müller den Vorwürfen und droht Müller mit Regressforderungen. In einem Schreiben von Hengeler Müller an den Anwalt von Erwin Müller heißt es demnach, die Anschuldigungen seien falsch und eine Verleumdung.

Das Bundesfinanzministerium hatte kürzlich dem Bericht zufolge im Haushaltsausschuss des Bundestags mitgeteilt, zu Unrecht kassierte Steuererstattungen bei derartigen Aktiengeschäften müssten zurückgezahlt werden. Die Bundesregierung hatte 2012 eine Gesetzeslücke geschlossen, die Aktiengeschäfte zu Lasten des Fiskus möglich gemacht hatten. Nun suchen Finanzbehörden in ganz Deutschland, um ihr Geld wieder einzutreiben, gezielt nach verdächtigen Deals und Firmen.



afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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