Vorzugsaktien sollen in Stämme gewandelt werden
Rhön-Klinikum will eigene Aktien attraktiver machen

Um seine Aktien attraktiver zu machen will der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum die stimmrechtslosen Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln. Zudem sollen die Aktionäre Gratisaktien erhalten.

HB MÜNCHEN. Das Grundkapital der Gesellschaft soll dazu aus den eigenen Gewinnrücklagen auf nominal 51,84 Mill. von 25,92 Mill. € verdoppelt werden, teilte Rhön-Klinikum am Mittwoch in Bad Neustadt an der Saale mit. Die Inhaber der Stammaktien sollen ebenso wie die Vorzugsaktionäre für je eine ihrer Aktien eine weitere erhalten. „Das Bezugsrecht ist eins zu eins“, sagte eine Sprecherin. Anschließend sollen die Vorzugsaktien in Stammaktien umgewandelt werden.

Dem Vorhaben müssen die Aktionäre auf der Hauptversammlung im Juli noch zustimmen. Ziel sei eine höhere Attraktivität der Aktien an der Börse, begründete die Sprecherin die Pläne. „Im Ausland beispielsweise sind Vorzugsaktien so gut wie unbekannt“, sagte sie. Mit der Ausgabe von Gratisaktien sollen die Papiere optisch billiger werden. Zuletzt hatte Rhön-Klinikum 1999 einen Aktiensplit vorgenommen.

Um die Interessen der Großaktionäre um die Familie Münch (24 % der Stammaktien) und die HVB (27 % der Stämme) dennoch zu schützen, will Rhön-Klinikum die Hürde für Satzungsänderungen erhöhen. Die für satzungsändernde Beschlüsse nötige Mehrheit soll auf 90 % von 76 % des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals angehoben werden. „Damit sollen die gegenwärtigen Mehrheitsaktionäre geschützt werden“, sagte die Sprecherin. Von den Stammaktien sind nach Unternehmensangaben 23 % im Streubesitz, bei den Vorzügen sind es 51 %. Näheres will der Vorstand am Donnerstag auf der Hauptversammlung erläutern.

Beide Aktiengattungen waren bereits bisher fast gleich viel wert. Die im MDax notierten Rhön-Vorzugsaktien verteuerten sich am Donnerstag um 2,2 % auf 48,60 €, die Stämme kletterten um 0,6 % auf 48,56 €.

Der seit dreißig Jahren bestehende Klinikbetreiber Rhön ist spezialisiert auf die Übernahme und Sanierung von Kliniken und profitiert vom zunehmenden Privatisierungsdruck bei öffentlichen Krankenhäusern. Rhön war 1988 als Aktiengesellschaft aus der ehemaligen Rhön-Klinikum GmbH hervorgegangen. Inzwischen zählen rund 30 Kliniken zu dem Konzern, der 1989 als erster deutscher Klinikbetreiber an die Börse gegangen war.

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