Wachsende Reiselust
Tui verdoppelt Gewinn

Wachsende Reiselust hat Europas größtem Touristikkonzern Tui eine deutliche Gewinnsteigerung beschert. Vor allem im wichtigsten Markt der Tui, Europa Mitte mit Deutschland, gelang die Trendwende. Die Dividende für 2004 bleibt stabil.

HB HANNOVER. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) sei um 102 % auf knapp 490 (Vorjahr: 242) Mill. € gestiegen, teilte der Reisekonzern am Mittwoch in Hannover mit. Zehn von im Vorfeld befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem bereinigten operativen Ergebnis von lediglich 433 Mill. € gerechnet. Die Tui-Aktie legte 1,7 % auf 21,25 € zu.

Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von 77 Cent je Anteilschein erhalten. Der Reingewinn nach Abzug der Gewinnanteile von Minderheiten erhöhte sich auf 488 Mill. € nach 275 Mill. im Jahr davor. Den Umsatzrückgang um 6,1 % auf 18,046 Mrd. € führte die Tui auf den Verkauf von Unternehmenstöchtern außerhalb der Touristik zurück.

Für das laufende Jahr zeigte sich die Tui zuversichtlich, das Ergebnis im Touristikgeschäft prozentual erneut zweistellig steigern zu können. Das Geschäft laufe insbesondere in den Ländern Westeuropas mit zweistelligen Zuwachsraten erfreulich. Als neuer Quellmarkt solle Indien erschlossen werden. Dabei will Tui in dem Land Reisen nach Europa verkaufen.

Europas Branchenprimus hatte bereits zur Internationalen Tourismusbörse in Berlin die Erwartung geäußert, dass sowohl der Markt als auch der Konzern in diesem Jahr um bis zu fünf Prozent wachsen werden. Im laufenden Reisejahr 2004/2005 (31. Oktober) verzeichnet die Tui den Angaben zufolge bislang 5,3 % mehr gebuchten Umsatz und 4,6 % mehr Gäste. Nach vier Prozent Umsatzwachstum in der fast beendeten Wintersaison liege der Umsatz für die wichtigere Sommersaison europaweit sieben Prozent über dem Vorjahresstand, hatte Konzernchef Michael Frenzel mitgeteilt.

Am Mittwoch wurde zudem bestätigt, dass Tui Gespräche über den Kauf der angeschlagenen niederländischen Fluglinie Holland Exel führt. „Wir sind in Gesprächen und kommen gut voran“, sagte Frenzel während der Bilanzpressekonferenz in Hannover. Er bezeichnete die mögliche Übernahme als „große Chance“. Tui habe die Absicht, Flüge aus Holland anzubieten.

Tui hatte der finanziell angeschlagenen Holland Exel unlängst einen Überbrückungskredit gewährt, um so den Weiterbetrieb zu gewährleisten. Holland Exel fliegt für die drei niederländischen Tui-Veranstalter Arke Reizen, Holland International und KRAS Ster Vakanties. Der deutsche Touristikkonzern ist in den Niederlanden mit 1,2 Mill. Urlaubern jährlich größter Reiseveranstalter.

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