Wachsender Schaden
Großkonzerne sagen Metalldieben den Kampf an

Die hohen Rohstoffpreise machen den Metallklau immer attraktiver. Vor allem die Deutsche Bahn fällt den Dieben immer häufiger zum Opfer. Alleine hier wurde ein Schaden von 17 Millionen Euro angerichtet.
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BerlinMetalldiebe haben bei Großkonzernen im vergangenen Jahr größeren finanziellen Schaden angerichtet als 2011. Insgesamt hätten die Diebe einen Schaden von über 20 Millionen Euro verursacht - das Schadensvolumen sei damit "leicht gestiegen", teilte am Dienstag ein Bündnis von Unternehmen rund um die Deutsche Bahn mit, das den Metalldieben den Kampf angesagt hat. Die Bahn war mit 17 Millionen Euro am stärksten betroffen.

Insgesamt 17.000 Züge seien im vergangenen Jahr von Störungen betroffen gewesen, die durch Metalldiebe verursacht worden seien, teilte die Deutsche Bahn mit. Dadurch seien 240.000 Minuten oder 4000 Stunden Verspätung entstanden. 2011 waren bei der Bahn noch 285.000 Minuten Verspätung durch Metalldiebstähle entstanden. Die Zahl der betroffenen Züge blieb demnach gleich.

Die Bahn habe 2012 rund 2700 Diebstähle verzeichnet, was einem Rückgang um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprochen habe, teilte das Unternehmen mit. Auf Bahngelände seien insgesamt 558 Diebe festgenommen worden. Die Zahl der Festnahmen sei damit gestiegen.

Die Bahn werde auch weiter "mit großen Nachdruck" gegen Metalldiebstähle vorgehen, erklärte Gerd Neubeck, Chef der Bahn-Konzernsicherheit. "Die Diebe setzen für ein paar Euro ihr Leben aufs Spiel und verursachen dabei nicht nur einen großen materiellen Schaden für die Bahn, sondern schaden vor allem unseren Kunden."

Die Infrastruktur-Unternehmen Deutsche Bahn, Telekom und RWE waren im vergangenen Jahr zusammen mit dem Verband Deutscher Metallhändler eine Allianz gegen Metalldiebstähle eingegangen. Hintergrund sind die hohen Preise für Rohstoffe, die den Metallklau zunehmend attraktiv machen.

Die Bahn etwa markiert Stromleitungen mittlerweile mit einer Art künstlicher DNA. Die Kennzeichnung unter der Isolierung ist nicht erkennbar, kann aber mit UV-Licht sichtbar gemacht werden. Ein Code verrät, wo das Material gestohlen wurde. Daneben sorgt die Bahn für mehr Streifen der Bundespolizei und testet Materialien, die weniger attraktiv für Diebe sind.

Beim Versorger RWE gab es im vergangenen Jahr 423 Fälle von Metalldiebstahl - nach 466 Fällen im Jahr 2011, wie das Unternehmen mitteilte. Jedoch habe sich die Schadenssumme von 1,7 auf 2,1 Millionen Euro erhöht. Neu beigetreten sind dem Bündnis den Angaben zufolge nun die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen sowie die deutsche Bergbautochter des Energiekonzerns Vattenfall.

Kernstück der Zusammenarbeit der Anti-Diebstahl-Allianz ist ein elektronisches Frühwarnsystem, mit dem sich die Konzerne austauschen. Daneben werden die Metallrecyclingverbände informiert, um den Dieben der Verkauf von gestohlenem Material zu erschweren.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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