Wachsendes Geschäft
Lufthansa Cargo stockt Fracht-Flotte aus

Krise war gestern: Die Lufthansa erwartet in den kommenden Jahren ein massives Wachstum im Frachtgeschäft. Um die steigende Nachfrage vor allem der Pharmabranche bedienen zu können, braucht die Frachttochter Lufthansa Cargo mehr Flugzeuge.
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FRANKFURT. Lufthansa Cargo, die Tochtergesellschaft von Lufthansa, investiert in neue Frachtflugzeuge. „Wir brauchen bis 2015 eine Kapazität, die sechs zusätzlichen Flugzeugen unseres Typs MD-11 entspricht“, sagte Andreas Otto, Vertriebsvorstand von LH Cargo. Die Zustimmung des Aufsichtsrates werde im Frühjahr eingeholt.

Das Geschäft mit der Luftfracht war in der Krise dramatisch eingebrochen. In den Cargo-Hallen an Frachtdrehkreuzen wie Frankfurt herrschte gähnende Leere. Seit Herbst vergangenen Jahres sind die Lager wieder randvoll, wächst das Geschäft zweistellig.

So hat LH Cargo der Mutter nach den ersten neun Monaten mit einem operativen Ergebnis von 230 Millionen Euro ein neues Rekordergebnis liefern können. Und es geht weiter. Otto erwartet zwischen 2012 und 2015 ein Wachstum von fünf Prozent pro Jahr, bis 2026 soll es dann mit jährlichen Raten von 4,6 Prozent nach oben gehen.

Das erfordert neue Flugzeuge. Ob Lufthansa dafür ehemalige Passagiermaschinen umrüstet, gebrauchte Maschinen kauft oder gar neue bestellt, ließ Otto offen. Gemessen an der Kapazität würden sechs MD-11 etwa vier Boing 747 oder fünf Boeing 777 entsprechen.

Der Frachtboom hat die LH Cargo an die eigene Auslastungsgrenze geführt. So nutzt das Unternehmen neben der eigenen Flotte wieder Flugzeuge von Charterunternehmen. Zu Beginn der Krise hatte das Management diese Verträge gekündigt. Zudem fliegt Aerologic, ein Gemeinschafts-Unternehmen der Deutschen Post/DHL und LH Cargo Fracht ab Leipzig.

Der Flottenausbau ist ein deutliches Zeichen für den Umbruch in der Luftfracht. Eigentlich kämpft die Branche seit Jahrzehnten mit massiven Überkapazitäten und dem damit einhergehenden Preisverfall. Selbst nach schweren Krisen war die Kapazität stets wieder in ungesunde Größen gewachsen. Das ist nun offensichtlich nicht der Fall. Cargo-Manager Otto prognostiziert ab 2012 sogar einen gewissen Engpass an Frachtraum in Flugzeugen. Otto begründet die Wende unter anderem mit den hohen Treibstoffpreisen.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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