Wachsendes M&A-Geschäft
Berater leben gut vom Boom

Die Lust auf Übernahmen ist bei den Finanzinvestoren und Industrieunternehmen weltweit ungebrochen. Nicht nur die Investmentbanker erleben derzeit die beste aller Welten, auch die PR-Berater und die Anwaltskanzleien haben alle Hände voll zu tun und verstärken sich oftmals auch personell.

FRANKFURT. Wenngleich die Fremdfinanzierung durch den zuletzt gebremsten Risikoappetit der Anleger an den Kapitalmärkten schwieriger geworden ist: Das M&A-Geschäft floriert weiter, und Anwälte und PR-Berater verdienen gut daran. Im PR-Markt teilen sich eine Hand voll Agenturen die größten Stücke des Kuchens auf, weil sie mit ihrer internationalen Präsenz die „Cross-Border-Deals“ am besten begleiten können.

„Die Kunden erwarten heute von ihrer PR-Betreuung weltweit eine marktführende Stellung, sei es in Frankfurt, Brüssel oder New York“, sagt Alexander Geiser, Managing Partner bei Hering Schuppener, die sich im ersten Halbjahr auf Platz eins der Rennliste präsentiert. Hering Schuppener berät unter anderem den französischen Luxusgüterkonzern PPR bei seiner Offerte für den Sportartikelhersteller Puma und Tui bei der Fusion der Reiseaktivitäten mit dem britischen Veranstalter First Choice.

Für Thomas Knipp, Sprecher der deutschen Geschäftsführung von Brunswick, waren die ersten sechs Monate stark beeinflusst durch die Themen „Activist Shareholder“ und „Defence“. „Deutsche Aktien handeln immer noch mit einem Abschlag auf ausländische Vergleichswerte – das macht sie zu attraktiven Zielen“, erläutert Knipp. Zudem blieben die Private-Equity-Investoren aktiv und schauten sich nunmehr auch größere Gesellschaften hier zu Lande intensiv an. Brunswick betreute beispielsweise das US-Unternehmen Mylan Laboratories bei der Übernahme des Generikageschäfts des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns Merck.

Allerdings profitieren die Kommunikationsberater auch vom verstärkten Expansionsdrang der heimischen Manager. „Der Trend verstärkt sich, dass deutsche Unternehmen öffentliche Übernahmeangebote im Ausland unterbreiten“, hat Ivo Lingnau, Geschäftsführer bei A&B Financial Dynamics, beobachtet. Bestes Beispiel sei die Übernahme des amerikanischen Unternehmens Webmethods durch die Darmstädter Software AG.

Auch die internationalen Anwaltskanzleien verdienen derzeit prächtig, komplizierte Verkaufsprozesse wie die Auktion der Landesbank Berlin Holding lassen die Gewinne sprudeln und spülen zweistellige Millionenbeträge in die Kassen. Außerdem hat der Aufstieg der Finanzinvestoren eine neue Dynamik im Rechtsgeschäft entfaltet. „Die Private-Equity-Häuser haben eine hohe Professionalität in die Auktionen und Prozesse gebracht. Gleichzeitig sind die Beteiligungsmanager auch sehr fordernd. Deshalb müssen die Anwälte heute die juristischen Fragen viel stärker als früher im kommerziellen und strategischen Kontext beantworten“, sagt Andreas Fabritius, Leiter der weltweiten Unternehmensrechtspraxis bei Freshfields Bruckhaus Deringer.

Für das zweite Halbjahr sind die meisten Branchenbeobachter zuversichtlich, dass der Boom anhält. Allerdings dürfte das Geschäft in hektischeren Bahnen verlaufen, weil die Volatilität an den Märkten – wie zuletzt während der Immobilienkrise in den USA zu beobachten war – steigt.

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