Wachstum mit Krankenhotels
Maritim-Chef schimpft über Wettbewerb

Die Hotelkette Maritim stellt sich nach einem Umsatzsprung im vergangenen Jahr auf ein langsameres Wachstum ein. Vor allem der Preiswettkampf über Buchungsportale im Internet schade der Branche, sagte Geschäftsführer Gerd Prochaska. Wachstumschancen sehe die Kette nur noch im Ausland und durch so geannte Patientenhotels.

HB FRANKFURT. Der durch Billighotels und Internetbuchungsportale verschärfte Wettbewerb setze dem seit knapp 40 Jahren bestehende Familienunternehmen zu, sagte Geschäftsführer Gerd Prochaska am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt. Der für Umsatz und Gewinn maßgebliche durchschnittliche Zimmerpreis werde 2007 nicht wesentlich über das Vorjahresniveau von 83 Euro hinauskommen. Im vergangenen Jahr verbuchte Maritim noch eine Steigerung von gut sechs Prozent. „Der Markt wächst nicht so schnell wie die Hotels. Die Vielzahl von Hotels führt dazu, dass die Preise unter Druck geraten“, sagte Prochaska. Zudem schade der Branche der Preiswettkampf, der über Buchungsportale im Internet geführt werde, bei denen die Kunden bequem die Zimmerpreise vergleichen könnten, kritisierte der Geschäftsführer.

Wachstumschancen sieht die Kette bei traditionellen Ferien- und Stadthotels nur noch im Ausland - vor allem rund um das Mittelmeer. Auf dem gesättigten deutschen Markt erhofft sich Maritim Zuwächse durch Patientenhotels, die an Krankenhäuser angegliedert sind. Hier sollen gehfähige Patienten auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse nach ihrem Klinikaufenthalt weiterbetreut werden. Das erste derartige Haus soll im Frühjahr 2009 in Lübeck eröffnen und fünf Mill. Euro zum Umsatz beitragen. „Ich denke, dass wir gute Chancen haben, weitere Häuser für die Idee zu gewinnen“, sagte Prochaska.

Im laufenden Jahr sollen die in den Maritim-Hotels erwirtschafteten Erlöse unterstützt durch die Eröffnung neuer Häuser auf 388 Mill. Euro steigen, nach 378 Mill. Euro im vergangenen Jahr. Den Gewinn will die Gesellschaft aus steuerlichen Gründen bei 3,2 Mill. Euro konstant halten. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Ergebnis gering zu halten. Bisher ist uns die Fantasie nicht ausgegangen“, sagte Finanzchef Hendrik Förster.

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