Wachstum nur im Ausland
Otto zieht es in den Einzelhandel

Die Konsumflaute macht auch dem Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern Otto im Inland zu schaffen. Wachstum verbucht das Unternehmen fast nur im Ausland. Neben dem Versandgeschäft soll der Einzelhandel nun ausgebaut werden, und auch Mode ist für Otto ein großes Thema.

HB HAMBURG. Nicht zuletzt der hohe Ölpreis habe dem privaten Konsum weltweit Kaufkraft entzogen, sagte Konzernchef Michael Otto am Donnerstag in Hamburg. Besonders ausgeprägt sei die Kaufzurückhaltung erneut in Deutschland gewesen, wo Otto 30 Mill. Kunden hat. „Wir müssen, wie in den vergangenen Jahren, den konjunkturellen Wind selbst erzeugen, vor dem wir segeln“, sagte er. Dennoch rechne Otto für die Gruppe im laufenden Geschäftsjahr 2005/06 (28.2.) mit einem Umsatzplus und einem steigenden Gewinn.

Das Kerngeschäft des weit verzweigten Konzerns mit 123 Unternehmen in 19 Ländern ist der Einzelhandel über die Vertriebskanäle Katalog, Internet und Filialen. Diesem Konzernbereich mit einem Umsatzanteil von rund zwei Dritteln hat Otto im zurückliegenden Jahr durch eine Reihe von Maßnahmen neuen Schwung gegeben. „Mittel- und langfristig messen wir dem stationären Einzelhandel die gleiche strategische Bedeutung bei wie unserem klassischen Kataloggeschäft und dem E-Commerce“, sagte Konzernchef Michael Otto bei der Bilanzvorlage am Donnerstag in Hamburg.

Zu den wesentlichen Neuerungen zählte der Unternehmenschef das Konzept, künftig drei statt zwei Kataloge im Jahr zu veröffentlichen und die Internet-Seite von Otto auch für andere Marken vor allem aus dem Modebereich zu öffnen. „Wir wollen das führende deutsche Fashion-Portal sein“, sagte Otto. Auch weitere Markenartikler wie zum Beispiel Anbieter von Einrichtungsgegenständen und Unterhaltungselektronik sollen auf der Otto-Seite anbieten können.

Im E-Commerce, dem Handel über das Internet, erreichte Otto erneut ein starkes Wachstum von 18 % und behauptete mit einem Umsatz von 2,3 Mrd. € seine Position als weltweit zweitgrößter Online-Händler nach Amazon. In einer Partnerschaft mit Microsoft bereitet sich Otto auf das Zusammenwachsen von Computer und Fernsehen vor. Auf dem Betriebssystem Windows Media Center Edition 2005 ist das gesamte Otto-Warenangebot per Fernbedienung abrufbar.

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