Wachstum über Markt angepeilt
Für Tui scheint die Sonne

Europas Nummer eins in der Touristik, Tui, stimmt nicht in das Klagelied der Branche ein. Der Konzern will wachsen. Das könnte für die Kunden allerdings bedeuten, dass der Urlaub teurer wird.

HB DUBAI. Die Branche werde seiner Einschätzung nach im Touristikjahr 2005/2006, das am 1. November beginnt, im größten europäischen Reisemarkt um 4 bis 5 Prozent zum Vorjahr zulegen, sagte Tui-Chef Michael Frenzel am Freitag am Rande einer Fachtagung in Dubai. Tui habe dabei erneut das Ziel, den Umsatz noch stärker als der Gesamtmarkt zu steigern, fügte er hinzu.

Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) hatte am Vortag für das kommende Jahr lediglich 2 bis 4 Prozent Marktwachstum vorhergesagt. Für die im November beginnende Wintersaison ist der DRV angesichts des bei etlichen Veranstaltern schleppenden Buchungseingangs nicht sicher, ob es überhaupt Zuwächse geben werde.

Auch der Chef des Tui-Hauptkonkurrenten Thomas Cook, Wolfgang Beeser, hatte sich in Dubai skeptisch zu den Wachstumsperspektiven geäußert. Die Preisaufschläge wegen der hohen Treibstoffkosten und die allgemeine Konsumflaute in Deutschland werden in der Touristik als Grund für die rückläufigen Buchungszahlen mehrerer Veranstalter angesehen.

Marktführer Tui verzeichnet für die Wintersaison im Heimatmarkt dagegen nach den Worten Frenzels mehr Geschäft als im Vorjahr. „Vom Umsatz her liegen wir einstellig im Plus“, sagte Frenzel. Genaue Zahlen will Tui Mitte November bei der Vorlage der Neunmonats-Konzernbilanz präsentieren.

Zu den Reisepreisen für die Sommersaison 2006, die wegen der Treibstoffkosten voraussichtlich steigen werden, wollte sich der Tui-Chef nicht äußern. Derzeit laufe noch die Planung für den Sommer. Es müsse aber darum gehen, die Reise als Qualitäts- und Markenprodukt wieder in den Mittelpunkt zu stellen. „Der Blick des Kunden muss vom Preis wieder auf die Wertigkeit der Reisen gelenkt werden“, sagte Frenzel.

Im englischen Markt setze Tui bereits höhere Preise erfolgreich durch. Obwohl die Zahl der Urlauber nicht gestiegen sei, habe man beim Umsatz stark zulegen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%