Wachstumsdelle befürchtet
„Costa Concordia“ belastet Kreuzfahrtbranche

Kreuzfahrten sind für die Touristikbranche eine Goldgrube. Doch die Havarie der „Costa Concordia“ bedroht die Wachstumspläne. Auch wenn Panikmache Fehl am Platz ist, sorgt sich die Branche um Image und Buchungszahlen.
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DüsseldorfEs waren Szenen wie im Katastrophenfilm, die sich am Freitag auf der Costa Concordia abspielten: Viele der Passagiere saßen gegen 21.45 Uhr noch beim Abendessen, als sie einen lauten Knall hörten, Gläser und Flaschen von Tischen rutschten und das Licht ausfiel. Danach brach Chaos aus. Eine erste Bilanz ist erschreckend: Bisher wurden sechs Todesopfer entdeckt. Mindestens 14 Menschen werden noch vermisst.

Solche Unglücke könne man leider nicht ausschließen, wichtig sei dann jedoch ein gutes Krisenmanagement, sagte Alexis Papathanassis, Professor für Kreuzfahrtmanagement, dem Handelsblatt. Unfälle können passieren, "entscheidend aber ist das Verhalten vor, während und nach einem solchen Schiffsunglück", sagt er. Auf der Costa Concordia aber herrschte übereinstimmenden Augenzeugenberichten zufolge während der Evakuierung das blanke Chaos.

Gerade deshalb bangen nun viele Reedereien um ihr Sommergeschäft. Die Berichte über falsche Ansagen an die Passagiere, sowie über die Hektik und die Hilflosigkeit einer völlig überforderten Crew sorgen nicht gerade für Vertrauen. Gerade jetzt aber, zwischen Januar und März, werden die meisten Buchungen für den Sommer vorgenommen.

Kurzfristig drohen also Gefahren, mittelfristig rechnen Fachleute jedoch nicht mit einem größeren Einbruch: "Tendenziell haben solche Unglücke einen eher kurzfristigen Effekt auf das Buchungsverhalten der Kreuzfahrer", sagte Alexis Papathanassis, Professor für Kreuzfahrtmanagement an der Universität Bremerhaven, dem Handelsblatt. Auch der Deutsche Reiseverband befürchtet keine großen Auswirkungen auf die seit Jahren wachsende Branche.

Die Bilder und Berichte stehen auch im krassen Gegensatz zum Image der Reederei Costa, einem der ältesten europäischen Kreuzfahrtanbieter. Sie hat ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert und gehört seit einigen Jahren zum größten Kreuzfahrtimperium der Welt, dem US-Unternehmen Carnival Cruises - wie auch die deutsche Gesellschaft Aida. In der Branche gilt sie als hochprofessionelle Reederei mit international üblichen Sicherheitsstandards. Mit einer Bettenkapazität von rund 36.500 ist Costa zugleich der größte europäische Anbieter.

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  • Kreuzfahrten sind bisher die Reiseform mit der höchsten Zufriedenheit gewesen, was sich aufgrund des schrecklichen Unglücks wohl auch langfristig nicht ändern wird, wenn man in vielen Internetforen zum Thema Schiffsbewertungen die vielen positiven Berichte liesst, wie z.B. auf
    http://www.der-urlaubsmarkt.de/Kreuzfahrt/Schiffskritiken.php oder
    http://www.kreuzfahrt-sonne.de/Schiffsbewertungen_Reiseberichte/schiffsbewertungen3.php4

    Allerdings würde ein weiteres Schiffsunglück die positive Einstellung zum Thema Kreuzfahrten in Deutschland wohl beenden.

  • Das Unglück bestätigt leider wieder einmal alle Vorurteile gegenüber Italien, vor allem gegenüber italienischen Schiffen, Flugzeugen, etc. Ich persönlich bin einmal vor 30 Jahren mit einer italienischen Fähre gefahren und schwor mir: Niemals wieder! Die Costa-Linie war schon immer unsicher, aber eben billiger als andere Linien-Schiffe. Leider suchten sich die Costa-Passagiere ihr Gefährt nach der Qualität der Spagetti aus. Und noch etwas: über 4.000 Menschen an Bord. Das ist schlicht verrückt.

  • Es ist unglaublich und traurig zu sehen, wie sich die journalistische Qualität des Handelsblattes in den letzten 12 Monaten sukzessive nach unten schraubt.
    Nach 12 Monaten Abonnement und Rezipient der online-Ausgaben fühle ich mich wie jemand, der nach einer Stunde 110-dB-Techno-Dauer-Beschallung Sehnsucht nach ruhigen und differenzierten Tönen hat.

    Der Kernsatz des Handelsblattes lautete einst "Substanz entscheidet."

    Sehe ich allein diesen reißerischen Artikel zur Costa Concordia an, sehe ich nur eine übersalzene und kräftig mit Natriumglutamat angereicherte Meinungssuppe mit einer mehr als dürftigen durchgekochten Fleischeinlage, die aus altbekannten Informationen aus dem dpa-Nachrichtenverteiler stammt.

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