Wachstumsmarkt
Logistiker verdienen am russischen Konsum

Der Konsumboom in Russland macht sich in der Logistikbranche bemerkbar. Für Schenker, die Speditionstochter der Deutschen Bahn, sind Russland und Südosteuropa nach Asien die wichtigsten Wachstumsmärkte. Und auch für andere Anbieter lässt der russische Markt eine weit geöffnete Türe.

tom MOSKAU. „Russland und Südosteuropa sind heute nach Asien für und die wichtigsten Wachstumsmärkte“, sagt Hans-Jörg Hager, Vorstandschef von Schenker Deutschland, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Schenker, heute die Speditionstochter der Deutschen Bahn, ist zwar schon seit 100 Jahren in Russland tätig, seit sieben Jahren zieht das Geschäft aber zügig an: „Es sind vor allem Konsumgüter, vom Marsriegel bis zum Laptop für die westlich orientierte Mittelschicht“, weiß Hager.

Schenker besorgt inzwischen die Logistik für eine Reihe hochkarätiger Kunden in Russland wie zum Beispiel Hewlett Packard und Metro. Das Gros der Güter reist auf dem Landweg per LKW: „Die russische Eisenbahn beschränkt sich auf den Transport von Rohstoffen“, so der Vorstand, vor allem die Versorgung der sich entwickelnden Regionen müssen die Logistiker über die Straße abwickeln.

Der heimische Transportmarkt hat nach Einschätzung von Siemens-Russland-Chef Dietrich Möller ein jährliches Volumen von bis zu 40 Mrd. Dollar. „Die Infrastruktur ist zwar sehr schlecht, doch die Regierung hat den Ausbau zur Priorität erklärt“, sagt Möller – ein Teil der Ölmilliarden fließt in den Schienen- und Straßenbau. Für Anbieter wie Schenker oder DHL, den Konkurrenten aus dem Hause der Deutschen Post, lässt der russische Markt eine weit geöffnete Türe: „Die Branche in Russland ist regional orientiert und sehr stark zersplittert“, sagt Schenker-Vorstand Hager.

Vor allem große US-Konzerne, die „generalstabsmäßig“ den russischen Markt durchdringen wollen, suchen daher einen internationalen Logistikspezialisten als Partner: Für Schenker diente Ende der neunziger Jahre Nike als Katalysator für das Russlandgeschäft.

Die Deutsche Post hat seit 1984 in Russland ihr Zelt aufgeschlagen. Die Post-Tochter DHL konnte in den vergangenen Jahren ähnliche positive Erfahrungen sammeln wie Schenker: Der Umsatz wuchs jährlich fast um 40 Prozent. Post-Chef Klaus Zumwinkel will in den kommenden vier Jahren rund 250 Mill. Dollar in Russland investieren. Vor allem der innerrussische Verkehr soll ausgebaut werden sowie neue Niederlassungen entstehen. DHL sieht das Marktvolumen jährlich um wenigstens ein Viertel wachsen. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) erwartet vor allem vom sich abzeichnenden Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) einen weiteren Schub für das Geschäft ihrer Mitglieder.

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