Wärmere Temperaturen im ersten Quartal drücken auf Absatz, Umsatz und Gewinn
Verbundnetz Gas rechnet mit Einbußen

Nach Rekordwerten im Vorjahr geht die Verbundnetz Gas AG (VNG) für 2004 von leichten Einbußen bei Absatz, Umsatz und Gewinn aus.

juf DÜSSELDORF. „Allein auf Grund der Witterung im ersten Quartal rechnen wir für dieses Jahr mit einem Absatz, der etwas unter der Vorjahreszahl liegen wird“, sagte Vorstandsmitglied Gerhardt Wolff am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz der Ferngasgesellschaft in Leipzig. Auch bei Ergebnis und Umsatz sei mit Rückgängen zu rechnen. Der Umsatz werde aber über der Marke von 3 Mrd. Euro bleiben.

Im vergangenen Jahr hat die VNG, die als ostdeutsche Ruhrgas gilt und einen Marktanteil von 16 % hält, ihren Absatz um 2,4 % auf den Rekordwert von 160,2 Milliarden Kilowattstunden gesteigert. Sie profitierte dabei vor allem vom kalten Winter 2002/2003.

Der Absatz stieg allerdings weniger stark als der Gasverbrauch in Deutschland, der sich um 3,6 % erhöhte. Auch verglichen mit der Konkurrenz hinkt VNG hinterher. Die Ruhrgas steigerte ihren Absatz um 4,6 %, die Kasseler Wintershall sogar um über 20 %.

Der Umsatz der VNG kletterte um 15 % auf 3,3 Mrd. Euro. Neben dem Absatzplus liegt dies nach Angaben des Unternehmens aber auch an den gestiegenen Gaspreisen und der höheren Erdgassteuer. Der Überschuss stieg zum fünften Mal in Folge um 18 % auf 123,7 Mill. Euro.

Wie schon Konkurrent Ruhrgas vor einer Woche kündigte auch VNG höhere Preise an. Im vierten Quartal sei mit einer Preiserhöhung von 6 bis 7 % zu rechnen, sagte Vorstandschef Klaus-Ewald Holst. Die Ruhrgas hatte zum 1. Oktober einen Anstieg um 7 bis 8 % prognostiziert. Der Gaspreis ist sowohl in den Bezugsverträgen der Gasgesellschaften als auch in den Verträgen mit den Kunden üblicherweise an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt. Ein Anstieg des Ölpreises wie in den vergangenen Wochen schlägt damit mit einer Zeitverzögerung auch auf den Gaspreis durch.

VNG hat seit Ende Januar neue Eigentümer. Eon und Ruhrgas mussten sich im Zuge ihrer Fusion aus dem Leipziger Unternehmen zurückziehen. 48 % der Anteile hält nun der Oldenburger Regionalversorger EWE, der gemeinsam mit den kommunalen Anteilseignern die VNG kontrolliert. „Die neue Struktur unserer Anteilseigner ermöglicht es, auf solidem Fundament als Unternehmen weiter zu wachsen“, sagte Holst. Zu konkreten Projekten hielt er sich aber bedeckt.

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