Wal-Mart
„Wo sind all die Kunden? Und wo ist all ihr Geld?“

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Gewinn um mehr als acht Prozent gesteigert

Trotz der wenig erbaulichen Aussichten hatte Wal-Mart am Donnerstag aber auch Positives zu berichten. So konnte der Konzern im vierten Quartal dank eines florierenden Weihnachtsgeschäfts und geringeren Steuerbelastungen seinen Gewinn kräftig steigern.

Der Überschuss aus dem fortgeführten Geschäft kletterte um 8,6 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar – womit der Billigheimer sowohl die eigenen Prognosen als auch die Markterwartungen übertraf. Der Konzern hatte in der wettbewerbsintensiven Weihnachtszeit kräftig die Preise gesenkt. Gleichzeitig bot er den Kunden verlängerte Zahlungsfristen an.

Der Umsatz stieg den Angaben nach um fast vier Prozent auf 127,9 Milliarden Dollar, blieb damit aber hinter den Analystenerwartungen zurück. Auf vergleichbarer Basis betrug das Plus im Vierteljahr bis Ende Januar lediglich ein Prozent. Im Gesamtjahr 2012/13 setzte Wal-Mart 466 Milliarden Dollar um, was einem Plus von fünf Prozent entspricht. Der Gewinn erhöhte sich um 8,3 Prozent auf 17 Milliarden Dollar. Der Konzern kündigte an, die Dividende zu erhöhen. Die Aktie lag am Donnerstag vorbörslich leicht im Plus.

Der Konzern aus Bentonville, Arkansas, den Sam Walton vor 50 Jahren als Krämerladen gegründet hatte, ist mittlerweile in 27 Ländern präsent und zählt jährlich rund 200 Millionen Kunden. Die 2,2 Millionen Mitarbeiter machen ihn zum größten Arbeitgeber der Welt.

Die Geschäftspraktiken von Wal-Mart sind allerdings umstritten. Allein im vergangenen Jahr sah sich der Konzern unter anderem Korruptionsvorwürfen in Mexiko, Kritik an Waffenverkäufen in den USA sowie Protesten von Tierschützern ausgesetzt. Firmenchef Mike Duke ist Demonstranten mittlerweile gewohnt.

Im November war der Billigheimer in die Schlagzeilen geraten, als in mehreren US-Filialen gestreikt wurde – ausgerechnet am „Black Friday“, dem umsatzstärksten Tag des Jahres. Gewerkschaften werfen dem Unternehmen vor, seine niedrigen Preise nur dadurch zu erzielen, weil es Mitarbeiter schlecht bezahle und deren Rechte einschränke. Die Wal-Mart-Führung bestreitet die Vorwürfe und bezeichnete die Streiks als illegal. Anfang Februar legten in den US-Bundesstaaten Maryland und Texas erneut Angestellte zeitweise die Arbeit nieder, weil sie sich von der Unternehmensleitung eingeschüchtert fühlen.

Mit Material von rtr, dpa

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Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik

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