Wal-Mart
Mission impossible

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100 Warenhäuser sollten es werden - über 16 Filialen kam Wal-Mart nicht hinaus.

Auch in Japan kämpft der Einzelhändler mit Problemen. Eigentlich dachte Wal-Mart, in Japan schlauer zu sein als die ausländische Konkurrenz, und ging 2002 mit der großen Handelskette Seiyu ein Joint Venture ein. Seiyu mit seinen landesweit 400 Geschäften erwies sich jedoch als schwankender Riese, dessen Umsätze seit Jahren zurückgehen. Nach vier Jahren roter Zahlen in Folge war der japanische Partner Ende 2005 so ausgeblutet, dass nicht einmal für dringendste Investitionen mehr Geld in der Kasse lag.

Vor die Wahl gestellt, in Japan aufzugeben oder selbst das Kommando zu übernehmen, entschloss sich Wal-Mart im vergangenen Dezember zum Notschlag. Mit einer Kapitalspritze von mehr als 550 Millionen Dollar wurde der Anteil auf 54 Prozent aufgestockt und die alte Führung des Japan-Partners entmachtet. Wal-Mart übernahm im Joint Venture das Sagen und damit auch die ganzen Probleme des japanischen Einzelhandels.

Wal-Mart-Chef Lee Scott dämpfte deshalb kürzlich alle hochgesteckten Erwartungen in Japan und wartete mit den auch aus Deutschland und Südkorea bekannten Durchhalteparolen auf. Erst in fünf Jahren soll Seiyu unter amerikanischer Führung profitabel sein.

Selbst im Heimatland wird die über Jahre vor Ehrfurcht erstarrte Konkurrenz selbstbewusster. Wal-Mart muss sich verstärkt damit auseinandersetzen, dass in den USA, wo der Handelsriese rund 1150 Discount Stores, mehr als 2000 Supercenters und 104 sogenannte Neighborhood Markets betreibt und rund 80 Prozent seines Umsatzes macht, der Kampf um die Position des Billigsten härter geworden ist.

Nicht nur Aldi oder das amerikanische Pendant Save-a-Lot, eine Tochter des gezielt auf Niedrigpreise ausgerichteten Konzerns Supervalu setzen Wal-Mart zu. Auch auf der anderen Seite, wo es etwas weniger auf den Preis als auf ein netteres Einkaufserlebnis ankommt, rüstet die Konkurrenz auf.

Der Kaufhauskonzern Sears, der sich 2005 mit der Kette Kmart zusammenschloss, durchläuft gerade einen Umbau. Treibende Kraft ist der Hedgefonds-Manager Edward Lampert, der nach dem Zusammenschluss die Position des Vorstandschefs übernommen hat und den 3800 Läden mit ungewöhnlichen Ideen neuen Schwung verleihen will. Dem Handelsunternehmen Target Corporation ist es bereits gelungen, sich mit knapp 1500 Standorten gegen Wal-Mart in Stellung zu bringen.

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