Wal-Mart
„Wo sind all die Kunden? Und wo ist all ihr Geld?“

Wal-Mart hat im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Doch die Erwartungen auf dem Heimatmarkt sind für den US-Billigheimer wenig erbaulich: Höhere Steuern verderben den Geringverdienern die Kauflaune.
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New YorkDass am heutigen Tag nicht nur Gutes zu berichten sein würde, haben sie beim weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart schon länger gewusst. „Die Februar-Zahlen sind ein totales Desaster“, schrieb ein hoher Manager vergangene Woche in einer internen E-Mail an Kollegen. Es sei der „schlechteste Start in einen Monat, den ich in meinen sieben Jahren bei der Firma gesehen habe“. Zum Januar-Geschäft hatte zuvor bereits ein anderer Mitarbeiter per Mail gefragt: „Wo sind all die Kunden? Und wo ist all ihr Geld?“

An diesem Donnerstag nun, bei der Vorlage der neuesten Zahlen, folgte die offizielle Bestätigung: Während das vierte Geschäftsquartal (bis Ende Januar 2013) besser lief als erwartet, sind die Aussichten der US-Discounter-Kette vor allem auf dem Heimatmarkt für das laufende Quartal trübe.

Als Grund nannte Bill Simon, Chef für das US-Geschäft, unter anderem das schwache Wirtschaftswachstum und die höheren Steuern seit dem 1. Januar, die sich für die überwiegend gering verdienenden Kunden besonders bemerkbar machen. Da bleibt weniger Geld für den Großeinkauf oder den neuen Flachbild-Fernseher.

„Der einfache Kunde bekommt gerade heftigen Gegenwind“, sagte Citigroup-Analystin Deborah Weinswig dem Finanznachrichtendienst Bloomberg. „Dazu gehören höhere Steuern, verspätete Steuerrückzahlungen, höhere Beiträge zur Krankenversicherung, steigende Benzinpreise und schlechtes Wetter.“

Wegen des Haushaltsstreits in Washington sind die Finanzämter in diesem Jahr mit der Bearbeitung der Steuererklärungen später dran. Wal-Mart gab sich am Donnerstag optimistisch, dass die Kunden schon wiederkommen werden, sobald sie Klarheit darüber haben, wie viel in ihrem Geldbeutel übrig ist. Dennoch stellte der Konzern bis April nur ein stagnierendes Geschäft mit einem Gewinn von 1,11 bis 1,16 Dollar je Aktie in Aussicht – deutlich weniger als die Schätzung der Analysten von im Schnitt 1,19 Dollar.

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Gewinn um mehr als acht Prozent gesteigert

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