Walmart auf Expansionskurs: Erst Indien, jetzt Afrika

Walmart auf Expansionskurs
Erst Indien, jetzt Afrika

Das Geschäft beim amerikanischen Handelsgiganten Walmart sorgt derzeit in der eigenen Heimat für betretene Mienen. Das schwächelnde US-Geschäft treibt den weltgrößten Einzelhändler nun auch nach Afrika. Dort soll die größte Auslandsakquisition seit 1999 die trübe Stimmung wieder heben.
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DÜSSELDORF. Weil die US-Verbraucher angesichts der Wirtschaftskrise bei ihren Einkäufen knausern, verbuchten die Billigwarenhäuser des weltgrößten Handelskonzerns im ersten Halbjahr 2010 gerade einmal ein Umsatzplus von 0,6 Prozent in den USA. Ohne Neueröffnungen hätten Walmarts "Supercenter" sogar 1,8 Prozent ihres Geschäfts verloren.

Die größte Auslandsakquisition seit 1999, als der Konzern Großbritanniens Asda übernahm, soll nun die trübe Stimmung wieder verbessern. Voraussichtlich 4,2 Mrd. Dollar wollen die Händler aus Bentonville/Arkansas auf den Tisch legen, um sich den südafrikanischen Wettbewerber Massmart einzuverleiben - einen der größten Händler des Kontinents.

"Wir setzen damit unsere Strategie fort, unser Wachstum zu beschleunigen und die Gewinne im internationalen Geschäft zu verbessern", kommentierte am Montag der für die Auslandsexpansion verantwortliche Walmart-Vorstand Doug McMillon seine Übernahmepläne.

Den Aktionären des von Johannesburg aus gesteuerten Handelskonzerns Massmart kündigte Walmart in einer nicht bindenden Offerte einen Übernahmepreis an, der knapp zehn Prozent über dem Kurs vom Freitag lag. Da viele Anleger mit einem Nachschlag rechnen, notierten die Papiere von Massmart am Montag sogar zwölf Prozent höher.

Der angebotene Kaufpreis ist großzügig bemessen

Dabei ist der angebotene Kaufpreis - das Achtfache des Betriebsgewinns (Ebit) - schon jetzt eher großzügig bemessen. "Walmart zahlt einen üppigen Preis", sagte Analyst Syd Vianello von Nedcor Securities in Johannesburg der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Offenbar glaubt der Konzern, dass er aus Massmart eine große Sache machen kann."

Durch die Übernahme bekämen die Amerikaner erstmals Zugang zum afrikanischen Markt, wo bis auf Metro (Ägypten, Marokko) und Carrefour (Nordafrika) so gut wie keine internationalen Handelskonzerne vertreten sind.

Massmart gilt nicht nur als größter Warenhausbetreiber auf dem Kontinent, das Unternehmen mit umgerechnet fünf Mrd. Euro Umsatz im Jahr zählt dort gleichzeitig zu den größten Supermarktbetreibern. Außerhalb der Heimat ist der Konzern in 12 weiteren afrikanischen Ländern vertreten, darunter Botswana, Zimbabwe, Tansania, Nigeria und Ghana.

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