Wandlung
Das Erfolgsmodell Tüv

Die drei großen deutschen technischen Prüfdienste schreiben Erfolgsgeschichte. Dekra, Tüv Süd und der Tüv Rheinland sind im In- und vor allem im Ausland auf Wachstumskurs. Die Zertifizierung von Produkten und Leistungen durch einen deutschen Prüfkonzern ist im Zeitalter der Globalisierung ein Exportschlager. Alle drei Konzerne rechnen in Zukunft mit zweistelligen Wachstumsraten und schaffen – auch in Deutschland – hunderte von Arbeitsplätzen.

DÜSSELDORF. Für Volker Wanduch, stellvertretender Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) ist dies eine „echte deutsche Erfolgsgeschichte“. Aus bürokratischen Überwachungsvereinen seien moderne Unternehmen geworden. „Wir stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden“, bringt Tüv-Süd Chef Peter Hupfer das Geschäftsmodell auf den Punkt, „indem wir Prozesse verbessern, Anlagen optimieren, Qualität dokumentieren und Menschen weiterbilden.“ Gleichzeitig sorgen die Prüfdienste laut Tüv-Rheinland-Chef Bruno O. Braun dafür, dass trotz Globalisierung Sicherheit und Qualität nicht auf der Strecke bleiben.

Bis 2010 wolle der Tüv Rheinland jeden zweiten Euro Umsatz im Ausland erzielen, sagt Braun. Mittelfristig peilt er ein Plus im Konzern von zehn Prozent pro Jahr an. Der Tüv Rheinland gilt mit einem Auslandsanteil von 35 Prozent als Vorreiter in Sachen Auslandsexpansion. Die Konkurrenten kommen auf 20 und 15 Prozent. Braun ist an mehr als 300 Standorten in 56 Ländern unterwegs. Derzeit plant er zwei Übernahmen in Südamerika.

Im vergangenen Jahr haben die Kölner den Umsatz um 9,3 Prozent auf 796 Mill. Euro gesteigert. Während der Tüv im Ausland 15 Prozent zulegte, steigerte er den Umsatz im Inland um sieben Prozent. Am stärksten fiel das Wachstum mit einem Plus von 30 Prozent in China aus. Jeder achte Mitarbeiter ist an einem der 15 Standorte in China beschäftigt.

Die Prüfdienste haben sich zu Jobmotoren entwickelt, meint Dekra-Chef Klaus Schmidt. Allein die Dekra habe im vergangenen Jahr rund 3 500 Mitarbeiter neu eingestellt oder bei Akquisitionen übernommen. Allein in Deutschland wurden 500 neue Stellen geschaffen. Insgesamt zählt Dekra knapp 15 000 Mitarbeiter. „Wir schaffen weiter neue Arbeitsplätze – auch in Deutschland“, sagt Braun. Gesucht würden hier zu Lande vor allem qualifizierte Ingenieure. Die Mehrzahl der neuen Arbeitsplätze entsteht im Ausland. Im Konzern stieg die Zahl der Mitarbeiter um 800 auf 9 300, davon arbeiten 5 300 (2004: 5 000) in Deutschland. Tüv Süd meldet 150 neue Arbeitsplätze.

Schmidt will die „historische Chance des Falls der Monopole im industriellen Prüfgeschäft“ nutzen. Dekra erzielt den Löwenanteil des Umsatzes von 1,2 Mrd. Euro (plus 20 Prozent) noch im Fahrzeugprüfgeschäft. Mit der Übernahme der französischen Prüf-Gruppe Norisko will er Marktführer in Europa werden. Dekra ist in 23 Ländern Europas sowie in den USA, Brasilien und Südamerika präsent.

Seite 1:

Das Erfolgsmodell Tüv

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%