Warenhäuser
Bitteres Krisentreffen für Arcandor

Dem Handelskonzern Arcandor läuft die Zeit davon. Und nun ist auch noch der mit Spannung erwartete Krisengipfel in Berlin ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Bitter für Arcandor. Nun deutet alles auf eine Lösung mit dem Konkurrenten Kaufhof hin. Die Zeit drängt.

HB BERLIN/ESSEN. Für den ins Trudeln geratenen Arcandor - Konzern mit seiner Warenhaustochter Karstadt wird die Zeit immer knapper: Nachdem das Unternehmen am Freitag einen Notkredit über 437 Mio. Euro beantragt hatte, blieb am Nachmittag ein Spitzentreffen im Bundeswirtschaftsministerium ohne Ergebnis. An dem Krisentreffen unter Leitung von Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba hatten neben Vertretern der Eigentümer, Gläubiger und Banken auch die Spitzen des Arcandor - sowie des Metro-Konzerns teilgenommen. Metro will seine Warenhauskette Kaufhof mit Karstadt fusionieren. Branchenbeobachter halten den Plan angesichts der dramatischen roten Zahlen bei Arcandor für immer wahrscheinlicher.

Mit dem Notkredit will Arcandor/Karstadt sein Überleben für die nächsten Monate sichern. Einen entsprechenden Antrag auf Rettungsbeihilfen hat das Unternehmen bei der staatlichen KfW Bankengruppe gestellt. Das Geld, das auch die EU-Kommission billigen muss, solle die Liquidität für zunächst sechs Monate ermöglichen.

Staatssekretär Otremba sagte nach dem gut zweistündigen Gespräch, es seien verschiedene Lösungsansätze besprochen worden. Dazu gehöre auch ein mögliches Zusammengehen mit Metro oder auch ein Alleingang von Arcandor. Die Eigentümer seien bereit, einen Beitrag zu leisten, sagte Otremba, ohne Details zu nennen. Über eine Brückenfinanzierung werde weiter beraten. Arcandor droht nach eigener Aussage die Insolvenz, wenn die überlebensnotwendige Finanzierung nicht bis zum 12. Juni steht. Zu diesem Zeitpunkt läuft ein 650-Millionen-Euro- Kredit aus.

Die finanzielle Stabilisierung des Unternehmens sei Voraussetzung für die Aufnahme von Gesprächen über ein gemeinsames Konzept mit der Metro AG, teilte Arcandor in Essen mit. Unabhängig vom Kreditantrag bemüht sich Arcandor beim Bund weiter um eine Staatsbürgschaft in Höhe von 650 Mio. Euro aus dem "Wirtschaftsfonds Deutschland".

Eine Hilfe aus dem "Deutschlandfonds" für notleidende Unternehmen galt zuletzt aber als sehr unwahrscheinlich, da Arcandor ein wichtiges Kriterium nicht erfüllt. So wird bezweifelt, dass das Unternehmen erst mit der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise und in Schieflage geraten ist. Rettungsbeihilfen als Alternative hatte auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) angeregt.

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