Warenhauskette
Hertie expandiert trotz Insolvenz

Die insolvente Warenhauskette Hertie prüft nach dem Start einer neuen Filiale im bayerischen Straubing noch weitere Neueröffnungen. Frühestens Mitte 2009 sei mit entsprechenden Standortentscheidungen zu rechnen, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Biner Bähr.

HB ESSEN/STRAUBING. Mit der Neueröffnung am Donnerstag in Straubing hatte Hertie sein Filialnetz erstmals seit Anmeldung der Insolvenz Ende Juli weiter ausgebaut.

Gleichzeitig werde jedoch auch über Einschnitte in das durch die Eröffnung auf bundesweit 73 Läden angewachsene Filialnetz nachgedacht. Eine Entscheidung darüber soll bis spätestens Januar fallen. "Es gibt sicher Filialen, bei denen wir nicht sicher sind, ob sie gehalten werden können", sagte Bähr. Ziel sei es, das richtige Filialnetz zu bekommen. "Wenn wir an einer Stelle Filialen schließen, sollten wir an anderer Stelle eröffnen", sagte Bähr.

Durch die Neueröffnung einer rund 3500 Quadratmeter großen Filiale in einem Einkaufszentrum in Straubing habe sich die Mitarbeiterzahl von derzeit rund 3400 um 32 Beschäftigte erhöht. Die bayerische Stadt mit knapp 44 000 Einwohnern stelle mit einer hohen Kaufkraft der Bevölkerung und ihrer Funktion als zentrale Einkaufsstätte für die Umgebung eine Art Modellfall für mögliche neue Standorte von Hertie dar.

Die Gespräche mit möglichen Investoren über einen Einstieg bei der insolventen Warenhauskette liefen "auf Hochtouren", sagte Bähr. "Es gibt eine Handvoll Interessenten, mit denen wir sehr intensive Gespräche führen", sagte Bähr. Darunter seien sowohl deutsche als auch internationale Investoren. Ziel sei es, möglichst im kommenden Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. Spätestens im Jahr 2010 erwarte ein möglicher Investor jedoch die Rückkehr in die Profitabilität.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2007/2008 (31.8.) hatte die Warenhauskette mit Sitz in Essen bei einem Umsatz von rund 450 Mio. Euro einen nicht näher bezifferten Verlust in "gut zweistelliger Millionenhöhe" erwirtschaftet. Hertie war im Jahr 2005 von britischen Finanzinvestoren von dem ums Überleben kämpfenden damaligen KarstadtQuelle-Konzern (heute: Arcandor) übernommen worden.

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