Warenhauskette
Hertie ist am Ende

Die seit Monaten dauernden Bemühungen, die insolvente Warenhauskette Hertie doch noch vor der Zerschlagung zu bewahren, sind gescheitert. Die Gläubigerversammlung hat die Schließung der 54 Filialen und der Konzernzentrale beschlossen.

HB ESSEN. Bei der am Mittwoch in Essen abgehaltenen Gläubigerversammlung beschlossen 84,6 Prozent der Gläubiger die Aufgabe des Betriebes. Die Versammlung folgte damit der Empfehlung des Insolvenzverwalters Biner Bähr. Von der Entscheidung sind ihm zufolge 2 600 Mitarbeiter.

Am Dienstagabend hatte eine am Einstieg interessierte Investorengruppe, überraschend ihren Antrag zurückgezogen. Der Insolvenzverwalter sieht die Schuld bei den Gesellschaftern. "Das lag aus unserer Sicht an fehlender Gesprächs- und Kompromissbereitschaft auf der Eigentümerseite", sagte er am Mittwoch. Die beschuldigte britische Beteiligungsgesellschaft Dawnay Day ließ sich nur durch ihren Anwalt Detlev Stöcker vertreten. Der wies die Vorwürfe von sich.

Dawnay Day sieht sich von Bähr als „Sündenbock für sein Scheitern“ benutzt. „Unsere Mieten sind auf demselben Niveau wie 2004, als (der Hertie-Vorgänger) Karstadt kompakt gegründet wurde.“ Die Briten machen das fehlende Eigenkapital der Investoren für die gescheiterte Rettung verantwortlich. „Die einzige Quelle von neuem Kapital kam von Staatsbürgschaften, 40 bis 50 Millionen Euro. Dafür wurde noch nicht mal ein Antrag gestellt.“

"Ich glaube nicht, dass sich eine Einigung mit Dawnay Day erreichen lässt. Ich empfehle der Hertie GmbH den Geschäftsbetrieb einzustellen", sagte Bähr. Er sehe keine Chance für eine Fortführung des Unternehmens. Mit der Schließung der Warenhäuser sei nun voraussichtlich im Sommer zu rechnen, sagte ein Unternehmenssprecher. Zuvor müsse noch über einen Sozialplan verhandelt werden.

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