Warenhauskette
Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt schmeißt hin

Erst im Februar hatte Eva-Lotta Sjöstedt die Führung bei der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt übernommen, jetzt tritt sie überraschend zurück, wie das Unternehmen mitteilte. Ein herber Schlag für den Konzern.
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DüsseldorfPaukenschlag bei Karstadt: Nach weniger als einem halben Jahr verlässt die neue Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt den Konzern wieder. Die Schwedin hatte erst im Februar bei der kriselnden Warenhauskette angefangen. Nun hat Karstadt die Trennung bekannt gegeben. Besonders für Investor Nicolas Berggruen ist dieses Statement ein Desaster.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Karstadt und Sjöstedt findet die Managerin deutliche Worte. Sie habe sich im vergangenen Herbst dazu entschieden, zu Karstadt zu gehen, weil sie davon ausgegangen sei, ein angeschlagenes Unternehmen „übernehmen und entwickeln zu dürfen“. Nach „den Erfahrungen der letzten Monate“ habe sie jedoch feststellen müssen, dass „die Voraussetzungen für den von mir angestrebten Weg nicht mehr gegeben sind“.

Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen Karstadt-Investor Nicolas Berggruen. Sie sei den Schritt nach Essen gegangen, da die Berggruen Holding ihr „die volle Unterstützung“ für ihre Strategie sowie ihre Investitionspläne zugesagt hätte. Das war offenbar nicht mehr der Fall. Sjöstedt verlässt den Konzern mit sofortiger Wirkung.

Die Erklärung der Managerin ist ein heftiger Schlag gegen den eingeschlagenen Kurs von Berggruen. Der Deutsch-Amerikaner hatte die insolvente Warenhauskette vor dreieinhalb Jahren übernommen. Noch kurz vor dem Amtsantritt von Sjöstedt hatte er gesagt, dass man bisher nicht „die richtige Formel“ gefunden habe. „Die Häuser, die wir saniert haben, funktionieren nicht besser als die, die wir nicht saniert haben“, so der Eigentümer.

Mit dem Amtsantritt von Sjöstedt sollte alles besser werden. Im Februar kam die 48-Jährige nach Essen. Das ambitionierte Ziel: Karstadt wieder auf Kurs bringen. Sie wollte dem „Einheitsbrei im Einzelhandel“ ein Ende bereiten. „Wir sind in der einzigartigen Lage, Karstadt im ganzen Land erfolgreicher zu machen, indem wir uns jeweils vor Ort relevanter machen. Näher an den Kunden, dem Viertel der Stadt“, so die Vision Sjöstedts.

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  • Herr B. hat das getan was er am besten kann
    zerschlagen
    die guten ins töpfchen
    die schlechten dem steuerzahler
    abschreibungen verlustverrechnungen etc
    Herr B war erfolgreich
    was willste mehr

  • Das passiert, wenn man "gutes Geld" (zwecks "Rettung" eines marogen Geschäftsmodells oder unternehmerischer Inkompetenz) "schlechtem Geld" hinterher wirft...

    Und wenn Berggruen darauf spekuliert hat und sein demnach durchschaubares Spiel von Erfolg gekrönt sein sollte, dann ist das wohl das Resultat von offensichtlicher Blödheit und Inkompetenz der Loser dieses Deals... Dann: Glückwunsch Herr Berggruen!

  • Her NSA CIA:
    Das war keine Posse sondern kühles Kalkühl. 48 Mio. straffrei aus einer maroden Firma herausziehn und dann eine(n) würdigen Bestatter/-in finden und kein eigenens Geld investieren. Herr Berggruen ist sehr wohl ein Investor: Er investiert minimale Summen um einen bestimmten Gewinn zw. 48 - 60 Mio. aus seinem "Investment" ohne Risiko herausmelken zu können. Die Kunst war es, den Gläubigern zu suggerieren, man hätte ein Konzept, das den Gläubigern hilft. Geschäftsführer (innen) spielen hierbei nur die Rolle des nützlichen Ideoten, der sich die Finger schmutzig machen und ein bisschen Kasperltheater machen darf. Leider hätte man mir nicht geglaubt. Ich hätta auch gerne 40 Mio. verdient. Für mich lautet die Frage, ob Royalties für Namensrechte nicht sittenwidrig kalkuliert wurden. Wenn ihr Wert beim Kauf 5 Mio. betrug, entsprechen 3 Mio. Gebühr pro Jahr 60% der Kaufsumme. Offensichtlich wurde hier eine Selbstkontrahierung/verdeckte Ausschüttung vorgenommen. Eigentlich müssten diese Gebühren von einem WP geprüft werden.Mit ihrem Lohnverzicht werden die Mitarbeiter dieses Modell noch viele Jahre unterstützen. Wenn sie den Verzicht aufkündigen werden sie als Dank den Schwarzen Peter bekommen. Sch--spiel.

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