Warenhauskette

Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt schmeißt hin

Erst im Februar hatte Eva-Lotta Sjöstedt die Führung bei der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt übernommen, jetzt tritt sie überraschend zurück, wie das Unternehmen mitteilte. Ein herber Schlag für den Konzern.
Update: 07.07.2014 - 11:48 Uhr 9 Kommentare
Eva-Lotta Sjöstedt: Der Rücktritt der ehemaligen Karstadt-Geschäftsführerin hatte in der vergangenen Woche die Debatte um die Warenhauskette befeuert. Quelle: dpa

Eva-Lotta Sjöstedt: Der Rücktritt der ehemaligen Karstadt-Geschäftsführerin hatte in der vergangenen Woche die Debatte um die Warenhauskette befeuert.

(Foto: dpa)

DüsseldorfPaukenschlag bei Karstadt: Nach weniger als einem halben Jahr verlässt die neue Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt den Konzern wieder. Die Schwedin hatte erst im Februar bei der kriselnden Warenhauskette angefangen. Nun hat Karstadt die Trennung bekannt gegeben. Besonders für Investor Nicolas Berggruen ist dieses Statement ein Desaster.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Karstadt und Sjöstedt findet die Managerin deutliche Worte. Sie habe sich im vergangenen Herbst dazu entschieden, zu Karstadt zu gehen, weil sie davon ausgegangen sei, ein angeschlagenes Unternehmen „übernehmen und entwickeln zu dürfen“. Nach „den Erfahrungen der letzten Monate“ habe sie jedoch feststellen müssen, dass „die Voraussetzungen für den von mir angestrebten Weg nicht mehr gegeben sind“.

Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen Karstadt-Investor Nicolas Berggruen. Sie sei den Schritt nach Essen gegangen, da die Berggruen Holding ihr „die volle Unterstützung“ für ihre Strategie sowie ihre Investitionspläne zugesagt hätte. Das war offenbar nicht mehr der Fall. Sjöstedt verlässt den Konzern mit sofortiger Wirkung.

Die Erklärung der Managerin ist ein heftiger Schlag gegen den eingeschlagenen Kurs von Berggruen. Der Deutsch-Amerikaner hatte die insolvente Warenhauskette vor dreieinhalb Jahren übernommen. Noch kurz vor dem Amtsantritt von Sjöstedt hatte er gesagt, dass man bisher nicht „die richtige Formel“ gefunden habe. „Die Häuser, die wir saniert haben, funktionieren nicht besser als die, die wir nicht saniert haben“, so der Eigentümer.

Mit dem Amtsantritt von Sjöstedt sollte alles besser werden. Im Februar kam die 48-Jährige nach Essen. Das ambitionierte Ziel: Karstadt wieder auf Kurs bringen. Sie wollte dem „Einheitsbrei im Einzelhandel“ ein Ende bereiten. „Wir sind in der einzigartigen Lage, Karstadt im ganzen Land erfolgreicher zu machen, indem wir uns jeweils vor Ort relevanter machen. Näher an den Kunden, dem Viertel der Stadt“, so die Vision Sjöstedts.

Was ist noch zu retten?
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9 Kommentare zu "Warenhauskette: Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt schmeißt hin"

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  • Herr B. hat das getan was er am besten kann
    zerschlagen
    die guten ins töpfchen
    die schlechten dem steuerzahler
    abschreibungen verlustverrechnungen etc
    Herr B war erfolgreich
    was willste mehr

  • Das passiert, wenn man "gutes Geld" (zwecks "Rettung" eines marogen Geschäftsmodells oder unternehmerischer Inkompetenz) "schlechtem Geld" hinterher wirft...

    Und wenn Berggruen darauf spekuliert hat und sein demnach durchschaubares Spiel von Erfolg gekrönt sein sollte, dann ist das wohl das Resultat von offensichtlicher Blödheit und Inkompetenz der Loser dieses Deals... Dann: Glückwunsch Herr Berggruen!

  • Her NSA CIA:
    Das war keine Posse sondern kühles Kalkühl. 48 Mio. straffrei aus einer maroden Firma herausziehn und dann eine(n) würdigen Bestatter/-in finden und kein eigenens Geld investieren. Herr Berggruen ist sehr wohl ein Investor: Er investiert minimale Summen um einen bestimmten Gewinn zw. 48 - 60 Mio. aus seinem "Investment" ohne Risiko herausmelken zu können. Die Kunst war es, den Gläubigern zu suggerieren, man hätte ein Konzept, das den Gläubigern hilft. Geschäftsführer (innen) spielen hierbei nur die Rolle des nützlichen Ideoten, der sich die Finger schmutzig machen und ein bisschen Kasperltheater machen darf. Leider hätte man mir nicht geglaubt. Ich hätta auch gerne 40 Mio. verdient. Für mich lautet die Frage, ob Royalties für Namensrechte nicht sittenwidrig kalkuliert wurden. Wenn ihr Wert beim Kauf 5 Mio. betrug, entsprechen 3 Mio. Gebühr pro Jahr 60% der Kaufsumme. Offensichtlich wurde hier eine Selbstkontrahierung/verdeckte Ausschüttung vorgenommen. Eigentlich müssten diese Gebühren von einem WP geprüft werden.Mit ihrem Lohnverzicht werden die Mitarbeiter dieses Modell noch viele Jahre unterstützen. Wenn sie den Verzicht aufkündigen werden sie als Dank den Schwarzen Peter bekommen. Sch--spiel.

  • Zerstörung von Märkten und Markt-Bereinigungs-Mechanismen, zentralistische Struktur/Führung, immer weiter abnehmende unternehmerische Marktorientierung, billige Massenware zu Dumping-Einkaufspreisen aus der Dritten Welt, statt "Mode" billiges "Einheitsangebot", jahrzehntelanges Missmanagement, mieseste Kundenorientierung der Belegschaft ("Versorgungs-Mentalität"), fehlende unternehmerische Kompetenz in Vorstand und Leitungsebenen...

    Und bei Problemen wird dann nach staatlicher Unterstützung und Subventionen ("zur Rettung von Arbeitsplätzen") gerufen, unterstützt von den Gewerkschaften, die vorher die Versorgungsmentalität ausdrücklich befördert haben.

    Karstadt, weder Markt-Konzept, noch Unternehmens-Leitung, scheinen "markttauglich" zu sein. Also weg damit! Uuuuuunnnnnnd TSCHÜSSSSSS!!!

  • Wer bitte glaubt denn das Herr Berggrün den Laden übernommen hat um Geld zu verlieren ? Die Zentrale in Essen haben ich früher mehrfach besucht ! Die wußten immer alles besser .... nur Erfolg hatten sie nicht.

  • es ist tritt as ei, was viele befürchtet oder geahnt hatten. Herr Beggruen ist nicht wirklich als Investor aufgetreten sondern hat seinen Ruf ein Investor zu sein dazu genutzt günstig an das Unternehmen zu kommen und zieht nur Vermögen aus dem Unternehmen heraus ohne dies neu aufzustellen, um es womöglich tatsächlich zu retten. Am Ende sind die Mitarbeiter die ja auch eine zeitlang auf Gehalt verzichtet haben, die Dummen, denn sie werden am Ende ohne golenen Handschlag gehen müssen.

  • Was für eine Posse. Nur noch peinlich und lächerlich. Auf mich wirkte die Dame Eva-Lotta Sjöstedt mega eitel, selbstgefällig und latent abgegoben- totale Fehlbesetzung von Anfang an. Das jetzige Manöver bestätigt mich nur. Natürlich wird sie mit einem goldenen Handschlag das Unternhemen verlassen und noch mehr Kapital dem maroden Unternehmen abziehen.

  • Ein Desaster, wie Karstadt zerlegt und zugrunde gerichtet wird ... vor allem für alle Karstadt-Angestellten.
    Die Eigentümer haben die Perlen des Konzerns schon wohlwissend und vorsorglich vom Rest abgetrennt, das nennt man Gewinnmaximierung.

  • Madame hat bemerkt was da gespielt werden soll und wofür sie eingekauft werden sollte: spät, aber immerhin hat das Fräulein noch kapiert wo der Hase langlaufen soll.
    Jeder der gefragt wurde hatte damals dankend abgewinkt.

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