Warenhauskette Karstadt in Dessau bleibt doch erhalten

Ein neuer Mietvertrag macht’s möglich: Die Karstadt-Filiale in Dessau bleibt trotz anderslautender Sanierungspläne erhalten. Damit stehen nur noch vier Standorte auf der Streichliste der angeschlagenen Warenhauskette.
Die Karstadt-Filiale in Dessau bleibt entgegen den ursprünglichen Sanierungsplänen erhalten. Quelle: dpa
Warenhaus in Dessau

Die Karstadt-Filiale in Dessau bleibt entgegen den ursprünglichen Sanierungsplänen erhalten.

(Foto: dpa)

EssenDer Warenhauskonzern Karstadt verzichtet auf die zunächst geplante Schließung seiner Filiale in Dessau in Sachsen-Anhalt. Parallel zu einem Wechsel des Immobilieneigentümers sei es gelungen, einen neuen Mietvertrag „auf angepasster wirtschaftlicher Basis“ abzuschließen, teilte das Karstadt am Donnerstag in Essen mit. Auch die Dessauer Filiale könne somit nun vom Karstadt-weiten Sanierungsprogramm profitieren.

Der Standort mit 70 Angestellten gehörte gemäß eines von Karstadt im Mai bekanntgegebenen Plans zu den fünf Filialen, die angesichts sinkender Umsätze und Gewinne mangels Zukunftsperspektive im kommenden Jahr geschlossen werden sollten. Bereits im Juli hatte der Konzern schon den Erhalt des ebenfalls zur Schließung vorgesehenen Standorts in Mönchengladbach verkündet, nachdem die Stadt dort das Gebäude übernommen hatte.

In Dessau hätten „konstruktive Gespräche“ mit dem alten und dem neuen Immobilieneigentümer zu einem Verhandlungserfolg geführt, erklärte Karstadt. Demnach wurde das Gebäude, in dem unter anderem auch die Karstadt-Filiale liegt, am Mittwoch verkauft. Nähere Angaben dazu machte der Warenhauskonzern nicht.

Der angeschlagene Karstadt-Konzern war 2014 von der österreichischem Signa-Holding gekauft worden. Die von Großinvestor René Benko gegründete Gesellschaft besitzt Immobilien und hat außerdem in deutsche Warenhäuser investiert. Neben Karstadt gehören ihr die Kadewe-Gruppe sowie die Karstadt Sport-Häuser.

Diese Einzelhändler scheiterten in Deutschland
Verkauf von Kaufhof
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Der Deal ist durch: Nach wochenlangen intensiven Verhandlungen haben sich die Metro und der kanadische Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company auf einen Verkauf von Kaufhof geeinigt. Nach den Erfahrungen mit dem deutsch-amerikanischer Nicolas Berggruen, früher Eigentümer von Karstadt, herrscht Skepsis mit Blick auf einen ausländischen Investor, der den deutschen Markt nicht kennt. Vor allem das Geschäft mit Warenhäusern, von denen es in Deutschlands Innenstädten nur noch Karstadt und Kaufhof gibt, gilt als schwierig.

Spezielle Verhältnisse in Deutschland
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Zwar bescheinigen Verhandlungskreise Richard Baker, dem Eigentümer von Hudson´s Bay Company, und seinem Management, dass sie sehr gut über die speziellen Verhältnisse in Deutschland informiert sind und professionell auftreten. Aber es gibt eine Reihe von erfolgreichen ausländischen Einzelhändlern, die in der Vergangenheit auf dem hart umkämpften deutschen Markt scheiterten.

Wal-Mart gab auf
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Nach acht Jahren in den roten Zahlen gab Wal-Mart 2006 in Deutschland auf. Trotz weltweiter Erfolge war es dem US-Handelskonzern nicht gelungen, sich gegen die starke Konkurrenz der Discounter durchzusetzen. Der Markteintritt sorgte für viele Spekulationen. So dachte man, Wal-Mart könnte die Metro AG schlucken und damit über Nacht zum Branchenprimus werden. Doch es kam anders.

Wal-Mart-Konzept griff nicht
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Sein verlustreiches Deutschlandgeschäft gab der US-Konzern nämlich schließlich an den Konkurrenten Metro ab. Der führende deutsche Handelskonzern übernahm 85 Filialen. Wal-Mart sei nie richtig in Deutschland angekommen, hieß es später in Branchenkreisen. Das Konzept von Wal-Mart griff nicht, die Konzernführung räumte ein, die Schwierigkeiten im hart umkämpften deutschen Markt unterschätzt zu haben.

Marks & Spencer überlebte nicht
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Die britische Kette Marks & Spencer versuchte gleich mehrfach, in Deutschland Fuß zu fassen. Die Mode traf offenbar den Geschmack der Deutschen nicht – und wurde zum Ladenhüter. 2001 zog das Unternehmen einen Schlussstrich und schloss nicht nur die Geschäfte in Deutschland, sondern auf dem gesamten europäischen Festland. Insgesamt wurden 38 Filialen geschlossen. Die Verluste in den deutschen Filialen waren besonders hoch und machten dem Konzern schwer zu schaffen.

Rückkehr nur Online
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Es dauerte rund zehn Jahre, bis sich Marks & Spencer von dem Flop bei der Expansion erholt hatte. 2012 kam der Modehändler wieder nach Deutschland – die Produkte gab es dieses Mal allerdings nur noch online. Die Briten wollten sich diesmal eine Eigenart zu nutze machen: Deutsche kaufen gerne bequem und billig ein.

Delhaize setzte sich im deutschen Markt nicht durch
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2003 wollte die belgische Delhaize Group (Archivbild) in Deutschland durchstarten. Insgesamt gab es vier Delhaize-Märkte, doch die Filialen in Köln und Aachen waren nicht rentabel. 2008 machten sie nach Delhaize-Angaben einen Umsatz von 19,5 Millionen Euro, schrieben dabei aber einen „leichten Verlust“. Weniger später gab Delhaize bekannt, dass die Filialen verkauft werden sollen.

  • afp
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