Warenhauskonzern
Karstadt kassiert Umsatzprognose

Karstadt korrigiert seine mittelfristigen Planungen nach unten. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, senkt das Unternehmen von Nicolas Berggruen seine Prognosen um einen dreistelligen Millionen-Betrag.
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FrankfurtBei Karstadt entwickeln sich die Umsätze einem Magazinbericht zufolge deutlich schlechter als geplant. Der Warenhauskonzern rechne in diesem Jahr mit einem Erlös von 3,129 Milliarden Euro, das seien 232 Millionen Euro weniger als bislang geplant, berichtet die "Wirtschaftswoche" vorab und beruft sich dabei auf eine vertrauliche Mittelfristplanung. Dieser Trend setze sich darin auch in den kommenden Jahren fort. So erwarte Karstadt 2016 einen Umsatz von 3,336 Milliarden Euro, das seien sogar 375 Millionen Euro weniger als noch in der Mittelfristplanung von 2011 erwartet worden sei.

Für eine Stellungnahme war bei dem Unternehmen am Samstag niemand zu erreichen.

Zudem will das Karstadt-Management dem Bericht zufolge die Investitionen zurückfahren. Anders als in den Vorjahren geplant stünden für 2013 nicht 80 Millionen Euro für Investitionen bereit, sondern nur 68,5 Millionen Euro. Davon seien 24,8 Millionen Euro für Filialprojekte etwa in Nürnberg, Düsseldorf und Frankfurt vorgesehen. Auch für das nächste Jahr seien die ohnehin schmalen Investitionsbudgets zusammengestrichen worden. Unter Problemen leiden laut "Wirtschaftswoche" offenbar nicht nur die normalen Karstadt-Häuser, sondern auch die Flaggschiffe und Sporthäuser.

Das 2010 vom Milliardär Nicolas Berggruen aus der Insolvenz übernommene Unternehmen hatte im vergangenen Jahr angekündigt, bis Ende 2014 insgesamt 2000 Stellen abzubauen. Der Schritt wurde seinerzeit mit den herausfordernden Marktbedingungen begründet. Details zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung nannte Vorstandschef Andrew Jennings nicht. Seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2010/11 hatte der Kaufhof -Konkurrent erst verspätet Mitte Februar vorgelegt, Zahlen für 2011/12 wurden noch nicht veröffentlicht. Für das vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 laufende Geschäftsjahr hatte Karstadt unter dem Strich einen Fehlbetrag von 20,8 Millionen Euro ausgewiesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Warenhauskonzern: Karstadt kassiert Umsatzprognose"

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  • @Aktienbulle

    Gebe ihnen Recht.

    Das ist doch so, als ob sie ein Haus bauen und eine billige 100 - Prozent Finanzierung bekommen. Das ist dann billiger als Mieten. Bauen ist erst einmal für alle schön.

    Prekär wird das Ganze (mit dem Haus), wenn die Bank selbst bei einem Zahlungsausfall nichts mehr machen kann (zB weil das Haus völlig unverkäuflich ist und weil kein Exempel zur Abschreckung anderer notwendig ist).

    Was passiert denn, wenn Karstadt schnell völlig vom Markt verschwindet? 2 Monate eine schlechte Presse, das war es…

  • Zitat: "Berggrün hat aber sicherlich eine klare Strategie."

    Natürlich hat er eine Strategie. Wenig eigener Kapitaleinsatz und Auszahlung fetter Boni für ihn. Bisher ist seine Strategie blendend aufgegangen. Es wird doch niemand ernsthaft in Erwägung ziehen, dass Herr B. in "sein" Karstadt jemals einige Millionen investieren wird. Wer das glaubt, kennt das Wesen der "Heuschrecken" nicht.

    Die Dummen sind wie immer die Mitarbeiter! Selbst wenn tausende entlassen worden sind, wird sich das Management immer noch fette Boni auszahlen lassen.

  • Warum sollte Berggrün jetzt nicht versuchen, Ballast über Bord zu werfen?

    So ein Ballast sind zB teure Mieten und gewisse Unternehmensteile. Löhne sowieso. Personal massiv abbauen – was jetzt wohl bei einem solchen Umsatzrückgang ansteht – würde seinen Ruf verderben….

    Eine schlüssige Strategie erschließt sich für Beobachter nicht, außer: Massiv Sparen. Berggrün hat aber sicherlich eine klare Strategie.

    Wie es wirklich um Karstadt steht, kann man nur beurteilen, wenn man den Cash flow kennt. Die bisherigen Aussagen lassen keine Hoffnung aufkommen….

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