Warenversand
Post tut Quelle letzten großen Gefallen

Die Deutsche Post zeigt sich fair: Entgegen erster Drohungen nimmt der Konzern den Versand von Waren des zusammengebrochenen Versandhändlers Quelle doch wieder auf. Das nutzt zwar den Kunden, die Mitarbeiter sind heute dennoch nicht zu trösten. Für sie war es der letzte Arbeitstag.
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HB MÜNCHEN. Heute morgen hatte die Post dem Fürther Traditionsunternehmen gedroht, nicht einmal den finalen Abverkauf über die Bühne zu bringen. Die Post hatte wegen ausstehender Zahlungen die Auslieferung unterbrochen. Die Begleichung der Rechung sei inzwischen gesichert, beruhigte schließlich Post-Chef Frank Appel.

Am Freitagmorgen war für einen Großteil der Quelle-Mitarbeiter der letzte Arbeitstag bei dem über 80 Jahre alten Unternehmen angebrochen. Gut 2100 Beschäftigte sind mit dem Monatsende arbeitslos. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg kann sie nicht mehr bezahlen. Den Schlussverkauf der letzten 18 Mio. Artikel organisiert er mit noch mit einer Rumpfmannschaft von 4300 Mitarbeitern. Wenn dann in vier bis sechs Wochen die Lagerregale restlos geleert sind, ist auch ihre Zeit bei Quelle vorbei. Die Bundesagentur für Arbeit hat im Nürnberger Vertriebszentrum eigens ein Büro für die Betroffenen eingerichtet.

Die ursprünglichen Pläne für eine Transfergesellschaft scheiterten zuletzt am Geldmangel. Auch viele Lieferanten müssen sich darauf gefasst machen, dass ihre Ware nicht mehr bezahlt wird. Görg hatte zuletzt eingeräumt, es drohe die sogenannte Masseunzulänglichkeit. Zulieferer, die nach dem Insolvenzantrag im Juni noch Güter an Quelle geschickt haben, müssen damit rechnen auf ihren Forderungen sitzen zu bleiben. Der Katalog-Drucker Schlott hat bereits angekündigt, nach dem Quelle-Aus weitere Stellen streichen zu müssen. Die Post will weitere 400 Stellen bei DHL kappen.

Wahrscheinlich kann sich allein der Staat der Rückzahlung eines 50 Mio. Euro schweren Massekredits sicher sein. Der Bund und die Länder Bayern und Sachsen hatten sich die Finanzspritze vorrangig besichern lassen.

Derweil haben rund 2000 Quelle-Mitarbeiter enttäuscht und frustriert ihren Arbeitsplatz in dem Fürther Versandhaus geräumt. Nach dem Aus für das Traditionsunternehmen hatte der Insolvenzverwalter keine Beschäftigungsmöglichkeit mehr für sie gesehen. Die übrigen 4300 Beschäftigten sollen dagegen nach dem Willen von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg von der kommenden Woche an im Internet den Ausverkauf des Versandhauses organisieren. Die Quelle-Abwicklung war notwendig geworden, nachdem sich für das insolvente Unternehmen kein Investor gefunden hatte.

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