Warmer Winter
Modehandel hofft auf den Weihnachtsmann

Das milde Wetter trifft den Textileinzelhandel hart. Im November wurde noch weniger verkauft als im schon miserablen Vorjahr. Firmen wie Steilmann können ihre Prognosen nicht halten. Die Branche hofft auf das Jahresende.

DüsseldorfSeit Wochen schon tobt der Preiskampf im Textileinzelhandel. Ob Esprit, Brax oder H&M: Nahezu alle Modemarken und -händler locken mit „Pre-Midseason Sales“ oder „Midseason Sales“. Rabatte von 20 Prozent auf Winterjacken, die bereits reduziert sind, sollen Kunden in die Läden locken.

Denn das milde Winterwetter bremst die Lust der Kunden, sich warme Pullover, Hosen oder Mäntel zu kaufen. „Wir haben im November ein Umsatzminus, obwohl das Geschäft im Vorjahr schon schlechter lief “, sagte Axel Augustin vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) dem Handelsblatt. Und auch der Dezember ist bisher zu warm. Jetzt hofft er auf die drei Tage vor Heiligabend und die drei Tage vor Neujahr, weil sich dann viele Kunden freigenommen haben.

Aber auch ein gutes Geschäft im Schlussspurt dürfte das Geschäft in der Branche nicht wirklich verbessern. „Wir erwarten, dass wir einen ähnlichen Umsatz erreichen wie 2014“, sagte Augustin. Das waren 30 Milliarden Euro, zu dem auch große Ketten wie H&M und Kik beitragen.

Der schleppende Verkauf trifft die Modebranche hart. Weil das Geschäft wegen der milden Temperaturen bei den Adler-Modemärkten schlecht läuft, muss der Großaktionär der Kette, die Steilmann-Gruppe, ihre Prognose für das Gesamtjahr nach unten korrigieren. Eigentlich wollte die Steilmann-Gruppe, zu der auch noch Marken wie Apanage und Roadsign gehören, ihren Umsatz um einen „niedrigen, einstelligen Prozentbetrag“ und den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibung Ebitda „um einen niedrigen zweistelligen Prozentbetrag“ erhöhen. Doch dieses Ziel wird die Steilmann-Gruppe nicht erreichen. Sie erwartet jetzt nur einen Umsatz auf Vorjahresniveau.

Das wird die neuen Aktionäre des mittelständischen Unternehmens nicht erfreuen. Die Steilmann-Gruppe war erst vor wenigen Wochen an die Börse gegangen. Dabei konnte sie schon deutlich weniger Aktien verkaufen als ursprünglich geplant.

Auch große Konzerne wie H&M bekommen das ungewöhnliche Wetter vor Weihnachten in Nordamerika und in Europa zu spüren. Der Umsatz wuchs von September bis November nur um 14 Prozent auf rund 5,2 Milliarden Euro. Analysten hatten mehr erwartet. Für den schwedischen Konzern sind die hohen Dezember-Temperaturen in Deutschland ärgerlich, weil H&M hier rund ein Fünftel des Umsatzes erzielt.

Seite 1:

Modehandel hofft auf den Weihnachtsmann

Seite 2:

Verheerende Preispolitik drückt die Margen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%