Wartezeiten auf Brillen
Bei den Optikern brummt die Kasse

Weil es bei der bevorstehenden Gesundheitsreform vor allem um Einsparungen bei den Zuzahlungen der Kassen geht, grreifen viele Brillenträger im alten Jahr schnell noch mal zu. Die deutschen Augenoptiker melden derzeit drastisch gestiegene Umsätze.

HB DÜSSELDORF. Im November habe sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 50 Prozent erhöht, gegenüber Oktober 2003 um 35 Prozent, sagte der Sprecher des Zentralverbandes der Augenoptiker (ZVA), Stefan Diepenbrock, am Donnerstag in Düsseldorf der dpa.

Konkrete Summen konnte der Verband nicht nennen. Die Zuwächse hätten sich aber aus einer Umfrage bei 200 der knapp 10 000 Optikerfilialen ergeben. Im Dezember halte der Trend nach ersten Erkenntnissen an.

Grund für den Anstieg ist laut Diepenbrock die Gesundheitsreform, bei der von Januar an die bisherigen Kassenzuschüsse für Sehhilfen gestrichen würden. Anspruch auf Leistungen hätten dann nur noch Kinder und Jugendliche im Alter bis 18 Jahren, Sehbehinderte und Menschen mit Augenverletzungen oder Augenerkrankungen. Die Reform sei der einzige Grund für die gestiegene Nachfrage, denn bei Brillen gebe es keine typische Saison und auch kein typisches Weihnachtsgeschäft.

Wegen der gestiegenen Nachfrage gebe es bei Produzenten von Brillengläsern nun längere Lieferzeiten. Die Wartezeiten auf Brillen hätten sich deshalb von zuvor 3 bis 5 Tagen auf inzwischen mehr als zwei Wochen erhöht.

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