Was die Bahn-Schlichtung gebracht hat
Auf Jahre kein Bahn-Streik mehr

Ein Jahr lang tobte der Tarifkonflikt bei der Bahn. Nach der erfolgreichen Schlichtung herrscht bei allen Beteiligten Erleichterung. Für die Kunden bringt die Einigung positive Ergebnisse. Ein Blick auf die Details.
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FrankfurtEin Jahr lang schwelte der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL. Neun Mal streikten die Lokführer, eine Lösung schien in weiter Ferne. Fünf Wochen Schlichtung brachten nun doch einen Kompromiss, der Streiks in Zukunft deutlich erschwert.

Streiks werden erschwert: Für Bahnfahrer ist die Einigung zwischen Bahn und GDL ein gute Nachricht. Streiks sind nicht nur während der Laufzeit des neuen Tarifvertrags bis Ende September 2016 untersagt, sondern werden künftig auch erschwert. Bis 2020 vereinbarten die Tarifparteien ein verbindliches Schlichtungsverfahren. In Zukunft kann die Schlichtung nicht nur einvernehmlich von beiden Seiten, sondern auch nur von einer Seite angerufen werden. Das heißt, scheitern künftig Verhandlungen oder kündigt die GDL einen Streik an, kann die Bahn diesen zunächst durch eine Schlichtung verhindern.

Bahn sichert GDL langfristige Partnerschaft zu: Mit dem geplanten Tarifeinheitsgesetz der Bundesregierung könnte die GDL als deutlich kleinere Gewerkschaft bei der Deutschen Bahn bedeutungslos werden und nur noch dort Verhandlungen führen, wo ihre Mitglieder die Mehrheit der Beschäftigten stellen. Die Bahn gibt den Lokführern nun die Garantie, zunächst bis 2020 wichtiger Tarifpartner des Unternehmens zu bleiben.

Spaltung der Belegschaft wird verhindert: Eines der wichtigsten Ziele der Bahn in den Tarifverhandlungen mit der GDL, als auch in den Verhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) war, sich widersprechende Tarifergebnisse für ein und dieselbe Berufsgruppe zu vermeiden. Das ist der Bahn gelungen. Die Lohnsteigerungen beispielsweise sind in den Tarifverträgen der GDL und der EVG identisch. Dort, wo es Unterschiede gibt, treten diese nicht sofort in Kraft. So reduziert sich die Wochenarbeitszeit für die GDL-Mitglieder erst ab 2018 um eine Stunde. Damit bleibt der Bahn genügend Zeit, nach dem Auslaufen der Tarifverträge 2016 mit der EVG nachzuverhandeln.

Zugleich hat die GDL ihr Ziel von eigenständigen Tarifverträgen für die von ihr tarifierten Berufsgruppen erreicht. Bei der Bahn gibt es nun für einzelne Berufsgruppen unterschiedliche Tarifverträge, die aber zu dem identischen Ergebnis führen.

Die zentralen Ergebnisse im Überblick:
Um die Beschäftigten zu entlasten, verpflichtete sich die Bahn, bis Ende 2017 eine Million über die Jahre angesammelte Überstunden abzubauen. Um dies zu erreichen, sollen 300 zusätzliche Lokomotivführer und 100 Zugbegleiter eingestellt werden. Beschäftigte können sich Überstunden zudem teilweise oder komplett auszahlen lassen.

Die GDL-Mitglieder bekommen 5,1 Prozent mehr Lohn. Die Lohnerhöhung erfolgt in zwei Stufen: Zum 1. Juli 2015 werden die Gehälter um 3,5 Prozent – mindestens aber 80 Euro – erhöht und zum 1. Mai 2016 noch einmal um mindestens 40 Euro oder 1,6 Prozent. Hinzu kommt eine Einmalzahlung im Juli von 350 Euro. Sie wird auf die bereits im Februar ausgezahlte Vorschusszahlung angerechnet.

Ab dem 60. Lebensjahr gibt es neue Altersteilzeitregelungen: Wer 20 Dienstjahre vorzuweisen hat – davon die letzten zehn Jahre bei der Bahn – kann in Altersteilzeit gehen. Bei 81 Prozent Arbeitszeit bekommt er 88,5 Prozent Einkommen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Was die Bahn-Schlichtung gebracht hat: Auf Jahre kein Bahn-Streik mehr"

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  • Der Steuerzahler wirds schon richten.

  • Ist das nicht schön. Wenn man beim einem bundeseigenen Unternehmen angestellt ist und SPD und Linke die Schlichtung machen, dann kommt dabei ein Mitarbeiter erster Klasse (Bahn-Mitarbeiter) und ein Arbeitnehmer zweiter Klasser (Angestellte in der freien Wirtschaft) heraus.

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