Was die Unister-Insolvenz für Kunden bedeutet
Fällt die Reise jetzt aus?

Zu Unister gehören mehr als 40 Internetportale. Der wichtigste Geschäftsbereich sind Portale im Reisemarkt. Nun hat die Holding Insolvenz angemeldet. Inwiefern sind Kunden davon betroffen? Was Sie wissen müssen.

Welche Online-Portale gehören zu Unister?
Zu Unister gehören mehr als 40 Internetportale. Der wichtigste Geschäftsbereich von Unister sind Portale im Reisemarkt. Die bekanntesten Marken sind „Ab-in-den-Urlaub“ und „fluege.de“. Daneben ist Unister aber auch in der Vermittlung von Versicherungen und Krediten tätig und unterhält Informations- und Ratgeberseiten. Auch die Partnervermittlung Partnersuche.de gehört zu Unister. Das Portal „geld.de“ hat das Unternehmen gerade erst verkauft.

Müssen sich Kunden Sorgen um ihre gebuchten Reisen machen?
Die Kunden haben Verträge mit Reiseveranstaltern oder Fluggesellschaften geschlossen. Die Portale von Unister sind – wie ein Reisebüro – in der Regel nur Vermittler. Deshalb sind die Kunden von der Insolvenz nicht betroffen. Das gilt insbesondere für „Ab-in-den-Urlaub.de“ und „fluege.de“. Etwas heikler ist es bei der Unister-Tochter „Urlaubstours“. Diese ist im rechtlichen Sinne Reiseveranstalter. Sollte sie die Reisen nicht mehr durchführen können, springt die gesetzliche Insolvenzversicherung ein, die jeder Kunde mit der Reisebuchung automatisch abgeschlossen hat.

Läuft der Betrieb der Online-Portale weiter?
Nach Auskunft des Unternehmens betrifft der Insolvenzantrag ausschließlich die Holding, die operativen Gesellschaften seien nicht betroffen. Auch nach Aussage des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing läuft der Betrieb in allen Teilen des Unternehmens weiter.

Was bedeutet die Insolvenz für die Mitarbeiter?
Unister beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter. Ihre Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld gesichert.

Wie geht es für das Unternehmen weiter?
Insolvenzverwalter Flöther hat bereits Kontakt mit Geldgebern, Lieferanten und Kunden des Unternehmens aufgenommen, um sie über die Situation zu informieren. „Die vorläufige Insolvenz bietet vor allem kurzfristige finanzielle Sicherheit“, so Flöther. „Auf dieser Grundlage kann sich die Unister Holding dann langfristig wieder stabil aufstellen.“ Wie das Unternehmen finanziell dasteht, ist jedoch schwer zu beurteilen, da es schon seit Jahren kaum aussagekräftige Geschäftszahlen veröffentlicht.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum
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