Washington nach Dubai

Emirates schnappt United Regierungsflüge weg

Die US-Airline United schäumt: Billig-Konkurrent Jet Blue hat den Auftrag für Regierungsflüge nach Dubai gewonnen – bedient die Strecke aber nicht selbst. 15.000 Beamte fliegen nun mit einem ungeliebten Golf-Anbieter.
Die Golf-Airline fliegt künftig US-Regierungsbeamte nach Dubai. Quelle: dapd
Emirates

Die Golf-Airline fliegt künftig US-Regierungsbeamte nach Dubai.

(Foto: dapd)

FrankfurtDie Wut, der Frust – er ist selbst in der schriftlichen Erklärung des Unternehmens zu spüren. „Wir haben formal gegen die Entscheidung protestiert, aber wir waren letztlich erfolglos“, heißt es auf der Internetseite der US-fluggesellschaft United Airlines. Gemeint ist die jüngste Ausschreibung für Regierungsflüge von Washington nach Dubai. Sieben Jahre lang flogen Beamte und Militärs mit United. Künftig werden sie in Flugzeuge des Golf-Anbieters Emirates einsteigen. Denn der hat die Ausschreibung gewonnen – zumindest indirekt.

Eigentlich sind Regierungsmitglieder per Gesetz verpflichtet, mit heimischen Fluggesellschaften zu reisen. Das regelt der so genannte Fly America Act. Auf dem Papier hält sich die Regierung auch künftig an die eigene Vorgabe. Die jüngste Ausschreibung hat Jet Blue gewonnen, ein Billiganbieter, der fest in US-Hand ist. Zeitweise war die Deutsche Lufthansa an der sehr erfolgreichen Gesellschaft beteiligt. 2012 begann aber der Verkauf der Anteile, die endgültige Trennung wurde in diesem Frühjahr vollzogen.

Der Haken an dem Deal mit der Regierung: Jet Blue bietet die Verbindung gar nicht selbst an. Die Strecke ist nur über den Codeshare-Partner Emirates im Angebot der Airline. Konkret: Jet Blue verkauft zwar Tickets für die Strecke unter dem eigenen Namen, geflogen wird sie aber von Emirates. Und das bringt United mächtig in Rage. Jet Blue agiere lediglich als Buchungs-Agent für Emirates. „Wir glauben, diese Entscheidung verletzt die Intention des Fly America Acts“, wettert Steve Morrissey, bei United für Regulierung und Politik zuständig.

15.000 Regierungsbeamte, deren Reisen von US-Steuerzahlern finanziert werden, würden nun mit Emirates fliegen, heißt es in der Erklärung von United. Die Empörung ist nachvollziehbar, konterkariert die Entscheidung der US-Administration doch eine brandaktuelle Initiative der großen US-Airlines. Sie haben eine gewaltige Kampagne gegen die Rivalen vom Persischen Golf gestartet, denen sie massive Subventionen durch die jeweiligen Regierungen vorwerfen. Die Rede ist von mehr als 40 Milliarden Dollar, die in den zurückliegenden Jahren geflossen sein sollen. Emirates, Etihad und Qatar weisen die Vorwürfe vehement zurück.  

Das sind die längsten Flüge der Welt
Neuer Rekord durch Emirates
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Eine Boeing 777 von Emirates hebt ab – zum Rekord: Ab Februar 2016 will die arabische Fluggesellschaft Dubai mit Panama City verbinden und damit einen neuen Rekord aufstellen. Mit einer Flugzeit von 17 Stunden und 35 Minuten wird der Flug den bisherigen Rekordhalter unter den längsten Nonstop-Flügen ablösen. Bis dahin sind die folgenden Flüge – verglichen an der Flugzeit – die längsten Langstreckenverbindungen der Welt...

Platz 10: Zürich - Singapur
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Swiss Air belegt mit ihrem Flug von Zürich nach Singapur den zehnten Platz. Dabei legt die Airline eine Distanz von 10.310 Kilometern zurück, die Flugdauer beträgt zwölf Stunden und zehn Minuten. Für einen Platz im Flieger werden mindestens 759 Euro fällig*.

*Die Suchanfragen wurden am 15. September 2015 für den Reisezeitraum 13. bis 20. November 2015 auf Kayak.de getätigt.
Quelle für alle Angaben: Reisesuchmaschine Kayak.de

Platz 9: Moskau - Los Angeles
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Auf dem Flug von Moskau nach Los Angeles legt die russische Aeroflot eine Strecke von 9.760 Kilometern zurück. Dafür benötigen die Maschinen eine Zeit von zwölf Stunden und 20 Minuten. Preis für ein Ticket: mindestens 618 Euro.

Platz 8: Singapur - London
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Singapore Airlines fliegt die 10.880 Kilometer zwischen Singapur und London in 13 Stunden und 25 Minuten. Der Preis für Hin- und Rückflug ist happig: mindestens 998 Euro.

Platz 7: Madrid - Santiago de Chile
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Iberia startet von Madrid aus nach Santiago de Chile. Für die Strecke über 10.720 Kilometer benötigen die Spanier 13 Stunden und 30 Minuten. Ein Ticket für den Flieger kostet mindestens 743 Euro.

Platz 6: London - Buenos Aires
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Wenn sich Londoner mal ein wenig Sonne in Argentinien gönnen wollen, müssen sie etwas Zeit für den Flug einplanen. Für die Strecke von London nach Buenos Aires (11.140 Kilometer) benötigt British Airways 13 Stunden und 45 Minuten. Etwas Sparen ist vorher wohl auch angebracht, Hin- und Rückflug gibt es erst ab 1.187 Euro.

Platz 5: Rom - Buenos Aires
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Das Ziel ist das selbe, nur der Startflughafen ein anderer. Von Rom aus benötigt Alitalia noch etwas länger nach Buenos Aires: 13 Stunden und 55 Minuten (zehn Minuten mehr als von London aus). Die Strecke ist mit 11.160 Kilometern lediglich 20 Kilometer länger, der Preis für Hin- und Rückflug aber noch teurer: mindestens 1.263 Euro müssen Kunden berappen.

Dass nun ausgerechnet jene Mandatsträger, von denen man sich erhoffte, sie würden die heimischen Fluggesellschaften vor der massiven Konkurrenz aus der Wüste schützen, deren Airlines nutzen, sorgt für ziemlich große Irritation am United-Firmensitz in Chicago. Als Konsequenz zieht sich United nun aus der Verbindung von Washington nach Dubai zurück. Der letzte Flug vom US-Regierungssitz in den Wüstenstaat wird am 23. Januar stattfinden, der letzte Rückflug am 25. Januar.  

Gleichzeitig nutzt United die Niederlage, um noch einmal mächtig gegen die Golf-Anbieter zu schießen: Obwohl man Washington-Dubai erfolgreich angeboten habe, sei durch den Markteintritt von Emirates und Etihad eine Schieflage zwischen Nachfrage und Angebot entstanden. „Unsere Washington-Dubai-Route wurde wenig profitabel.“  

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