Wegen Nachtflugverbot
Lufthansa zieht ersten Übersee-Flug aus Frankfurt ab

Weil am Frankfurter Flughafen nur noch in Sonderfällen nach 23 Uhr gestartet werden darf, verlegt die Lufthansa erstmals einen Interkontinentalflug. Der Konzern will damit das „Stranden“ seiner Passagiere vermeiden.
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FrankfurtWegen den Unsicherheiten bei Spätstarts am Frankfurter Flughafen verlegt die Lufthansa einen ersten Interkontinentalflug. Mit dem Winterflugplan ab Ende Oktober werde die Verbindung nach Kapstadt in Südafrika von München aus geflogen, kündigte Vorstand Kay Kratky von Lufthansa Passage am Dienstagabend im Frankfurter Luftfahrtpresseclub an.

Seit Einführung des Nachtflugverbots im Oktober vergangenen Jahres darf in Frankfurt nach 23.00 Uhr nur noch nach strengen Kriterien mit Ausnahmegenehmigungen gestartet werden. Laut Flughafenbetreiber Fraport ist seitdem knapp 120 startklaren Jets der Start verweigert worden, so dass rund 14.000 Passagiere die Nacht in Frankfurter Hotels oder sogar im Terminal verbringen mussten. Auf die Lufthansa entfielen mehr als 10.000 gestrandete Passagiere.

Kratky stimmte den Forderungen von Flughafenchef Stefan Schulte zu, der flexiblere Regelungen an der Nachtgrenze verlangt hatte. Die Verlegung des Kapstadt-Fliegers diene dazu, die Randstunden zu entlasten. Derzeit schicke man die Passagiere abends häufig ins Ungewisse. „Wir können dieses Risiko nicht weiter eingehen.“ Mit der weltweit für Großflughäfen beispiellos strikten Nachtflugregelung habe Frankfurt „elementare Probleme“, sagte Kratky. „Wenn es uns nicht gelingt, mit Politik und Luftaufsicht zu einer vernünftigen Lösung zu kommen, wird das ein Austrocknen des Frankfurter Flughafens in den Randstunden zwangsläufig nach sich ziehen.“

Mit der neuen Landebahn sei die Umsteigequalität und Pünktlichkeit des Drehkreuzes schlagartig gesteigert worden und könne nun im internationalen Wettbewerb sehr gut mithalten, erklärte der Luftfahrtmanager. „Das ist genial geworden mit der neuen Bahn.“ Der größte deutsche Flughafen hatte vor Eröffnung der neuen Bahn jahrelang an der Kapazitätsgrenze gearbeitet. Er habe sich manchmal gewundert, dass damals überhaupt noch jemand über Frankfurt geflogen ist, meinte Kratky.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Was Herr Kratky als "Austrocknen in den Randstunden" bezeichnet, entspricht schlicht und einfach der Vorgabe des Bundesverwaltungsgerichts, den Flugverkehr zwischen 5 und 6 Uhr langsam anschwellen und zwischen 22 und 23 Uhr langsam abschwellen zu lassen. Also bitte keine unnötige Aufregung über die Ausdünnung der Randstunden - it's the law, stupid!

  • Ferienflüge nach 22.00 und vor 6.00 Uhr verlegen. Sollten diese Flüge entweder zeitlich verschoben oder über Hahn abgewickelt werden, ergibt sich eine enorme Entlastung. Und wer um 3 Uhr anreist kann auch nach Hahn, dann dort eben billiger. Wer in FFM abfliegt zahlt halt 50 € mehr. Man kann das doch recht einfach regeln

  • Das sind doch mal gute Nachrichten. Endlich mal wieder eine Firma, die einen Befreiungsschlag auführt. Wie der Abzug von Easy-Jet von Dortmund. Nur so kapieren die Regulatoren, dass sie sich ins eigene Knie schießen. Das würde ich mir für andere Branchen auch wünschen. Vielleicht sogar die Verlagerung ins benachbarte Ausland. Bei den Fluggesellschaften könnte man dabei auch noch die Luftverkehrsabgabe umgehen. Einfach die Fluggäste mit kostenlosen Shuttlebussen nach Amsterdam Shipol fahren. Ist doch egal, dass die Lufthansa nicht mehr ab Deutschland fliegt. Die Globalisierung ist doch das Zauberwort des Jahrhunderts. Von wo aus der Konzern sein Geld macht ist doch gleichgültig.

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