Wegen Pilotenstreik
Air France kappt Gewinnziele

Der Pilotenstreik bei Air France hat der Fluggesellschaft ziemlich zugesetzt. Die Kosten des Arbeitskampfes fallen so hoch aus, dass Air France seine Gewinnziele kürzt – zum dritten Mal in sechs Monaten.
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ParisDer zweiwöchige Pilotenstreik im September wird für den Lufthansa -Rivalen Air France-KLM immer teurer. Weil die Kosten des Arbeitskampfes um den Ausbau des Billigangebots höher ausfallen als erwartet, kappte die französisch-niederländische Fluggesellschaft zum dritten Mal binnen sechs Monaten ihre Gewinnprognose. „Wir erhalten immer noch Rechnungen anderer Airlines, die unsere Passagiere während des Streiks geflogen haben“, sagte Finanzchef Pierre-Francois Riolacci. Zudem halte die Umsatzschwäche bei einigen Langstrecken an. Der Ölpreisverfall habe dies nicht ausgleichen können. Gegensteuern will das Management mit verstärkten Sparmaßnahmen.

Air France-KLM rechnet für 2014 nun nur noch mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Das sind 200 Millionen Euro weniger als zuletzt kalkuliert. Vom Ölpreisrutsch konnte der Konzern nicht so kräftig profitieren. Denn das Unternehmen habe sich bei seiner längerfristigen Treibstoffplanung gegen Schwankungen beim Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent abgesichert, erklärte Riolacci am Donnerstagabend. Aber Kerosin habe sich nicht so stark verbilligt wie Öl. Das Unternehmen werde alles tun, um die mittelfristigen Ziele zu erreichen - etwa durch geringere Investitionen. Im Zuge dessen werde die Auslieferung von etwa zehn bestellten Boeing -Maschinen vom Typ 777 verschoben.

Die Nachricht verschreckte die Anleger: Die Air-France-Aktie verlor am Freitag zeitweise mehr als acht Prozent und zog auch das Lufthansa-Papier nach unten.

Bereits im dritten Quartal war der operative Gewinn von Air France-KLM wegen des Streiks um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Nach harten Verhandlungen und einiger Zugeständnisse hatte sich das Unternehmen im Oktober mit den Gewerkschaften auf den Ausbau einer Billigsparte geeinigt. Damit will die Europas zweitgrößte Airline ähnlich wie Branchenprimus Lufthansa, dem ebenfalls ein Pilotenstreik zu schaffen macht, der wachsenden Konkurrenz von Billigfliegern wie easyJet und Ryanair die Stirn bieten. Ryanair hatte erst Anfang Dezember zum zweiten Mal binnen vier Wochen und zum dritten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose angehoben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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