Weihnachtsbäume aus Dänemark

Kampf um den grünen Zweig

Fünfeinhalb Millionen Einwohner, aber zwölf Millionen Weihnachtsbäume pro Jahr – Dänemark produziert Christbäume für ganz Europa. Doch um den Spitzenplatz der Branche muss das Land kämpfen.
Torben Ravn auf einem seiner Weihnachtsbaum-Felder in Skærbæk. Quelle: dpa
Weihnachtsbäume aus Dänemark

Torben Ravn auf einem seiner Weihnachtsbaum-Felder in Skærbæk.

(Foto: dpa)

SkærbækKurz vor Herbstanfang steht Torben Ravn inmitten von lauter Weihnachtsbäumen und schwitzt. Am nur wenige Kilometer entfernten Nordsee-Strand baden noch Urlauber, doch auf der Plantage im dänischen Skærbæk unweit der deutschen Grenze dreht sich längst alles um das wohl beliebteste Fest des Jahres. „Für uns ist immer Weihnachten. Es gibt immer was zu tun – außer im Februar vielleicht“, erzählt der 59-jährige Förster, der fließend Deutsch spricht und seine Preise gar nicht erst in Kronen angibt. Euro genügt.

Mehr als die Hälfte seiner 22.000 dieses Jahr erntereifen Nordmanntannen verkauft Ravn an den südlichen Nachbarn. Das entspricht dem Trend der Weihnachtsbaum-Industrie in dem kleinen skandinavischen Land mit nur etwas mehr als fünf Millionen Menschen.

Von den in Dänemark jährlich zwölf Millionen produzierten Christbäumen gehen der Branchenvereinigung Danske Juletræer zufolge stolze zehn Millionen in den Export – knapp fünf Millionen davon allein nach Deutschland. Doch die Konkurrenz wächst.

Drei Viertel der in Deutschland aufgestellten Weihnachtsbäume würden inzwischen auch dort produziert, erzählt Ravn. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger (BVWE) geht diesen Winter bei geschätzt 24 Millionen Bäumen gar von 90 Prozent Selbstversorgungsgrad aus. BVWE-Chef Bernd Oelkers prognostiziert, das deutsche Angebot dränge Importe auch künftig weiter zurück. Grund sei die steigende Nachfrage von Verbrauchern nach regionalen Bäumen.

Danske Juletræer gibt aber auch zu bedenken, dass Weihnachtstraditionen insgesamt zurückgingen. „Über die Entwicklung sind wir nicht froh“, sagt Ravn. Die Preise seien zuletzt um jeweils etwa einen Euro pro Jahr gefallen. 13,50 Euro bekomme er beim Großhändler derzeit im Schnitt noch pro Baum. Auf Weihnachtsmärkten in Frankfurt oder München kostet seine Tanne dann locker 20 Euro – pro Meter wohlbemerkt.

Höher, teurer, Weihnachten
Kostbarste Weihnachtsbäume
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Einer der wohl kostbarsten Weihnachtsbäume aller Zeiten war 2010 in Abu Dhabi zu bewundern: Der Baum in der Lobby des weltberühmten Emirates Palace Hotels selbst war künstlich - anders als die Perlen und Edelsteine, mit denen er behängt war. 2002 hatte ein Schweizer Uhrenhersteller einen mit Diamanten geschmückten Weihnachtsbaum in Tokio präsentiert. Wert: 11 Millionen Euro.

Höchster schwimmender Weihnachtsbaum
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Der höchste schwimmender Weihnachtsbaum leuchtete Ende 2014 in Rio de Janeiro. Die 542 Tonnen schwere und 85 Meter hohe Stahlkonstruktion auf dem Rodrigo-de-Freitas-See wurde von 3,1 Millionen Glühlampen erleuchtet. Die Lichterketten hatten eine Länge von 120 Kilometern.

Imposantester Weihnachtsmann
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Der vielleicht imposanteste Weihnachtsmann war 2013 in einem Einkaufszentrum der brasilianischen Metropole São Paulo zu bestaunen: 20 Meter hoch, 7 Meter breit und 4 Meter dick - gefertigt aus Styropor und Glasfaser.

Berühmtester Weihnachtsklassiker
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„Stille Nacht“ ist der wohl berühmteste Weihnachtsklassiker. Am 24. Dezember 1818 erklang er erstmals in einer Kirche bei Salzburg - zweistimmig zur Gitarre gesungen. Er wurde mittlerweile in etwa 300 Sprachen übersetzt und gehört in Österreich zum immateriellen Kulturerbe.

Meistverkaufte Single
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„White Christmas“ ist die meistverkaufte Single aller Zeiten: Laut Guinness-Buch der Rekorde ging Bing Crosbys Version des 1940 von Irving Berlin (1888-1989) komponierten Liedes bis Anfang 2012 etwa 50 Millionen Mal über den Ladentisch.

Längster Lebkuchen
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Den mit mehr als einem Kilometer wohl längste Lebkuchen fertigten Bäcker 2009 vor dem Schloss in Ludwigsburg (Baden-Württemberg) an. Für die sieben Tonnen schwere Leckerei verarbeiteten sie 150 Säcke Mehl, 1700 Kilogramm Honig, 1000 Kilo Walnusskerne, 900 Kilo Haselnüsse und 160 Liter Schwarzwälder Kirchwasser.

Weihnachtslämpchen
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Mehr als eine halbe Million Weihnachtslämpchen zierten Ende 2013 das Haus einer australischen Familie in der Hauptstadt Canberra. Fast 50 Kilometer Kabel waren für das Lichtspektakel notwendig. Die mit der Besichtigung verbundenen Spenden kamen einem sozialen Projekt zugute.

Dabei waren die dänischen Weihnachtsbaum-Produzenten den deutschen einst jahrzehntelang voraus. Zwei Forstwissenschaftler hatten, so erzählt es Ravn, Anfang der 1950er Jahre beschlossen, die Nordmanntanne als Weihnachtsbaum zu kultivieren. Der Baum, den sie aus Parks kannten, pikst und nadelt anders als Fichten kaum - und sollte so rasch zum dänischen Exportschlager werden.

In Skærbæk bläst ein Trecker Stickstoffdünger in hohem Bogen über Torben Ravns Bäume. „Das hält die Spitzen schön grün“, sagt er. Die Form kann er damit jedoch nicht mehr ändern: „Waren die Samen nicht gut, merke ich das erst viel später.“ Ein Weihnachtsbaum wächst rund zehn Jahre. Auch Torben Ravn verlässt sich auf Setzlinge aus georgischen Samen, die er von einer Baumschule erhält.

„Das ist der Weihnachtsbaum der Zukunft“
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