Weihnachtsgeschäft
Paketflut bringt Dienstleister an die Grenzen

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„Das Heuern und Feuern muss ein Ende haben“

Allein im Oktober hatten die Bonner auf ihrer Internetseite mehr als 300 Aushilfsjobs ausgeschrieben. Bundesweit bietet der Konzern über mehrere Monate über 10.000 befristete Jobs in Sortierzentren und Zustellung. Außerdem werden 12.000 zusätzliche Fahrzeuge benötigt.

Auch unter Flüchtlingen hat die Post Arbeitskräfte angeworben. „Mehr als 600 Geflüchtete unter anderem aus Ruanda, Eritrea, Togo, Afghanistan und Syrien haben bisher einen Arbeitsvertrag in unseren Niederlassungen erhalten“, sagt Thomas Schneider, Produktionschef der Brief- und Paketsparte.

Der Versandhändler Amazon, der selbst in einigen Städten in der Zustellung aktiv ist, rüstet sich bundesweit mit 13.000 Saisonkräften fürs Weihnachtsgeschäft. Bei Hermes sind es rund 6000 Aushilfskräfte in Voll- oder Teilzeitarbeit.

„Für die Unternehmen wird es tatsächlich immer schwieriger, den zunehmenden Bedarf an geeigneten Zustellern zu decken“, sagt Elena Marcus-Engelhardt, Sprecherin des BIEK. Faire Arbeitsbedingungen und die Sicherung hoher Sozialstandards seien aber zentrale Faktoren, um auch künftig geeignete Arbeitskräfte zu finden.

Daran lässt sich nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi noch ein eine Menge verbessern. Zwar hat die einst verrufene Branche, in der lange Arbeitszeiten, ruppige Umgangsformen und schlechte Bezahlung üblich waren, ihr Image inzwischen aufpolieren können. Doch tariffreie Räume und ein intransparentes System von Subunternehmen auf der letzten Meile treiben Verdi an, die Einhaltung von Sozialstandards einzufordern.

„In den Monaten vor Weihnachten müssen die Zusteller wegen des Paketbooms zusätzlich ackern“, umschreibt Andrea Kocsis vom Verdi-Bundesvorstand die Lage. Nur eine gute Bezahlung und damit verbunden eine qualitativ hochwertige Dienstleistung könnten dauerhaft Arbeitsplätze sichern. Kocsis meint: „Eine Politik, die auf Verschleiß setzt, stößt an ihre Grenzen. Das Heuern und Feuern vor allem in Subfirmen muss ein Ende haben“.

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Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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