Weihnachtsgeschäft
Fest der Hoffnung

„Die Klage ist das Lied des Kaufmanns“, spöttelt der Volksmund. Die Einzelhändler bestätigen wenige Tage vor Heiligabend dieses Vorurteil: Sie beschweren sich über schlechte Geschäfte. Doch dazu gibt es nach Meinung von Konsumforschern keinen Grund. Denn die Deutschen greifen dieses Jahr tief in die Tasche und schenken bevorzugt Teures.

DÜSSELDORF. Positivere Zukunftseinschätzungen der Verbraucher und ein deutlich gestiegenes Qualitätsbewusstsein könnten in diesem Jahr zu einem deutlichen Umsatzanstieg vor dem Fest führen, meint das Marktforschungsinstitut GfK. Bis zu vier Prozent mehr als im Vorjahr seien in den Monaten November und Dezember möglich, erwartet Marktforschungsleiter Wolfgang Twardawa.

Die Nürnberger Konsumexperten widersprechen damit energisch den Prognosen der großen Handelsverbände HDE und BAG, die das aktuelle Weihnachtsgeschäft bislang eher verhalten beurteilen. Allen voran habe das Geschäft mit Kosmetika ungewöhnlich stark zugelegt, berichtet Twardawa.

Entsprechend zufrieden zeigt sich der börsennotierte Marktführer Douglas. „Besonders erfreulich haben sich bisher unsere Parfümerien sowie unsere Christ-Juweliergeschäfte entwickelt“, sagte Vorstandschef Henning Kreke dem Handelsblatt. Auch die Thalia-Buchhandlungen verspürten seit letzter Woche eine zunehmende Dynamik im Weihnachtsgeschäft.

Wie es bei der GfK heißt, gehe der Trend vor Weihnachten zudem zu wertbeständigeren Artikeln. Holzspielzeug sei gefragt wie selten zuvor, auch Lego und Gesellschaftsspiele der Firma Ravensburger stünden bei den Geschenkekäufern hoch im Kurs. „Luxus läuft gut“, bestätigt ein Konzernsprecher von Karstadt-Quelle. Hochpreisige Kaffeemaschinen, Unterhaltungselektronik im oberen Preissegment und Spielekonsolen seien diesmal die Renner.

Weitaus zurückhaltender beurteilen dagegen die meisten Einzelhandelsverbände das laufende Adventsgeschäft. „Den gewünschten Durchbruch hat es nicht gegeben“, sagt Rolf Pangels, Hauptgeschäftsführer des Kaufhausverbands BAG. Die Umsätze in den Monaten November und Dezember sieht er allenfalls auf Vorjahresniveau.

Als Ursache für die durchwachsene Stimmung bei den Kaufhäusern nennen Handelsexperten den schleppenden Verkauf von Wintermänteln und Strickpullovern. Bei Temperaturen weit über zehn Grad blieben Mäntel und Strickpullover bis Mitte Dezember in den Regalen liegen. Der deutsche Modehandel, der knapp zehn Prozent zum gesamten Einzelhandelsumsatz beiträgt, dürfte damit einer der größten Verlierer im Vorweihnachtsgeschäft sein.

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