Weihnachtsgeschäft
Käufer-Unlust vor dem Fest

Das Weihnachtsgeschäft wird die Hoffnungen des Handels kaum erfüllen können. Umfragen zeigen, dass die Konsumlaune der Deutschen ziemlich mäßig ist, weil einfach das Geld fehlt für einen sorgenlosen Kaufrausch. Bislang jedoch halten die führenden Handelsunternehmen an ihren Prognosen fest.

DÜSSELDORF. Bestätigen sich die Ergebnisse einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, werden Deutschlands Verbraucher vor dem Fest 6,6 Prozent weniger für ihre Geschenke ausgeben als im Vorjahr. In den übrigen europäischen Ländern dagegen darf der Einzelhandel auf ein Plus von zwei Prozent hoffen, wie die internationale Befragung des Verbands unter 8 000 Verbrauchern ergab.

Danach liegen die Deutschen zudem mit 435 Euro Gesamtausgaben zum Weihnachtsfest fast ein Drittel unter dem europäischen Durchschnittsniveau. Von einer Konsumfreude wie in Irland, das mit Einkäufen von durchschnittlich 1 300 Euro vor Weihnachten weit an der Spitze liegt, können deutsche Einzelhändler nur träumen.

Für Handelsforscher wie Ulrich Eggert von der Kölner Unternehmensberatung BBE ist die Kaufzurückhaltung vor dem Weihnachtsfest keine Überraschung. Zwar gebe es bei Möbeln, Uhren, Schmuck und Kosmetikartikeln Rückenwind durch die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung. Weil aber die Nettoeinkommen nach Abzug von Staatsabgaben und Preissteigerungsraten in den vergangenen 15 Jahren real um 3,5 Prozent gesunken seien, fehle vielen Verbrauchern einfach das Geld für größere Weihnachtsausgaben.

Die weihnachtsbedingten Mehrausgaben in den Monaten November und Dezember, die 2005 bei 11,5 Mrd. Euro lagen, sieht Eggert deshalb in diesem Jahr gerade einmal um drei Prozent höher – trotz Konjunkturaufschwung und Vorzieheffekten durch den drohenden Steuerzuschlag. Aufs Jahr gerechnet, entspräche dies einem äußerst mageren zusätzlichen Plus von 0,1 Prozent bei den deutschen Einzelhandelsumsätzen.

Auch eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Konsumentenstudie der Online-Marktforschungsfirma E-Circle gibt wenig Grund zum Optimismus. Wie das Münchener Institut im Vergleich zu einer parallelen Studie vor zwei Jahren herausfand, schrumpft die Gruppe derer, die mehr als 250 Euro für Geschenke ausgeben wollen. Gleiches gilt für die bislang mit 31,5 Prozent größte Kundengruppe, deren Angehörige zwischen 100 und 250 Euro in Geschenke investieren. Dagegen planen immer mehr Verbraucher, ihre Ausgaben für Weihnachtspräsente unter die 100-Euro-Grenze zu senken – oder überhaupt keine Geschenke mehr zu ordern. Laut dem Aachener Umfrageinstitut Dialego wuchs der Anteil der Kaufverweigerer gegenüber dem Vorjahr von acht auf neun Prozent.

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