Weihnachtsgeschäft
Keine schöne Bescherung für Kaufhof und Karstadt

Eine Umfrage zeigt, dass immer weniger Deutsche ihre Weihnachtsgeschenke in den großen Kaufhäusern besorgen wollen. Der Onlinehandel stagniert ebenfalls. Doch es gibt auch Profiteure.
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DüsseldorfMit großem Aufwand baut Kaufhof bald das traditionsreiche Carsch-Haus in Düsseldorf um. Auf 3.500 Quadratmetern sollen dann dort im ersten europäischen Designer-Outlet unter der Marke „Saks Off 5th“ Designer-Mode, Accessoires, Schuhe und Haushaltswaren angeboten werden. Auch wenn die Kaufhof-Mutter Hudson’s Bay den Start ihrer Outlet-Kette in Deutschland kaum erwarten kann, startet der Umbau erst Anfang kommenden Jahres. „Das Weihnachtsgeschäft wollen wir auf jeden Fall vorher noch mitnehmen“, sagte Hudson’s-Bay-Chef Jerry Storch.

Vielleicht hätten sie sich diese Verzögerung auch sparen können. Denn eine aktuelle Studie zeigt: Die Kaufhäuser dürften vom bevorstehenden Weihnachtsgeschäft eher weniger profitieren. So hat das Beratungsunternehmen EY 1500 Bundesbürger zu ihren Geschenkausgaben befragt. Und das alarmierende Ergebnis für Kaufhof und Karstadt: Nur noch 15 Prozent des Geschenkbudgets wollen sie in Kaufhäusern ausgeben. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 26 Prozent. Damit wollen die Deutschen im Schnitt nur noch für 41 Euro im Warenhaus einkaufen – im vergangenen Jahr waren es noch 67 Euro.

„Die Kaufhäuser müssen ihr Serviceangebot deutlich verbessern, um bei den Kunden wieder Boden gutzumachen. Dafür sind allerdings erhebliche Investitionen nötig – viele Häuser müssen umgebaut und modernisiert werden, um das Sortiment und die Ladengestaltung zu verbessern“, sagt Thomas Harms, Leiter des Bereichs Retail & Consumer Products bei EY. Das zeigt zumindest, dass Kaufhof auf dem richtigen Weg ist. Das Unternehmen will in den kommenden Jahren eine Milliarde Euro in die Modernisierung der Häuser stecken.

Denn grundsätzlich bietet sich den Kaufhäusern großes Potenzial, das zeigt auch die Umfrage von EY. Im Schnitt wollen die Deutschen 266 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben – das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Hochgerechnet summieren sich die geplanten Geschenkausgaben deutschlandweit in diesem Jahr auf 18,1 Milliarden Euro.

Dazu kommt: Überraschend dürfte der Zuwachs in diesem Jahr zu einem großen Teil nicht ins Onlinegeschäft gehen, das mit einem Anteil von 21 Prozent des Einkaufsbudgets auf dem Vorjahreswert stagniert. „Beim Geschenkekauf legen viele Konsumenten ihre Schnäppchenmentalität ab; sie sind eher als sonst bereit, sich auf das Einkaufserlebnis einzulassen, und sie sind empfänglicher für Atmosphäre und Ambiente“, erklärt Harms.

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Fachmärkte sind der Gewinner

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