Weihnachtsgeschäft
Süß soll's in den Kassen klingeln

Handel und Hersteller von Süßwaren freuen sich wie Kinder aufs Weihnachtsgeschäft. Das sollen Nikoläuse belegen - die aus Schokolade. Millionen von ihnen warten in den Läden auf Käufer; die Auslagen sind gefüllt mit Adventskalendern, Lebkuchen, Printen und Süßigkeiten aller Art. Und alles nach den neuesten Trends aufbereitet.
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HB KÖLN. Wenn es draußen kälter wird, beginnt für die Süßwarenbranche die heißeste Zeit des Jahres. Denn bei vielen Produzenten und Fachhändlern macht das Weihnachtsgeschäft einen Großteil des Jahresumsatzes aus. "Wir sind zuversichtlich, dass das Saisongeschäft dieses Mal mindestens so gut läuft wie letztes Jahr - und wenn alles passt, sogar noch besser", sagt Hans Strohmaier, Geschäftsführer des Süßwarenhandelsverbands Sweets Global Network.

Was nach Ansicht der Branchenvertreter schon mal passt, ist die Konsumlaune. Da die Krisenstimmung weitgehend überwunden scheint, gönnen die Verbraucher sich wieder etwas - und geben vielleicht auch ein bisschen mehr Geld für weihnachtliche Leckereien aus, so die Hoffnung. Was dann noch passen müsste, ist das Wetter: Allzu milde Temperaturen im Advent sind schlecht fürs Geschäft. "Lebkuchen und Schokolade schmecken den Menschen nun mal viel besser, wenn es schön kalt ist", meint Strohmaier.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres hatten Handel und Hersteller ein leichtes Umsatzminus eingefahren. Ein Grund dafür war nach Angaben der Verbände die Hitze in den Sommermonaten, die vielen Menschen die Lust auf Süßes verdorben habe. Außerdem setzten hohe Rohstoffpreise, vor allem für Kakao, die Branche unter Druck. Die Verbraucher müssten für Weihnachtsleckereien im Vergleich zum Vorjahr aber in der Regel nicht tiefer in die Tasche greifen, hieß es. 2009 lag der Branchenumsatz mit Weihnachtsartikeln laut der Nielsen - Marktforschung bei 529 Millionen Euro.

Gut 147 Millionen weihnachtliche Schokoladen-Figuren haben die Hersteller nach Schätzung des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in diesem Jahr produziert. Etwa 108 Millionen Stück davon sollen in Deutschland verkauft werden. "Im Trend liegen Nostalgie-Figuren: Neben dem Weihnachtsmann gibt es jetzt wieder öfter den klassischen Nikolaus mit Mitra und Bischofsstab", sagt Strohmaier. "Gefragt sind Figuren, die nicht nach Massenware aussehen", ergänzt Andreas Hohmann, Geschäftsführer der Süßwarenkette Hussel in Hagen.

Hohmann hat noch einen Trend ausgemacht: "Die dunklen Bitter- Schokoladen, die in den letzten Jahren sehr angesagt waren, haben offenbar ihren Zenit erreicht." Ihr Absatz stagniere jetzt auf hohem Niveau. Zu beobachten sei nun "eine Renaissance der edlen Vollmilchschokolade".

Bei den Adventskalendern haben die Hersteller nach Branchenangaben in den vergangenen Jahren mächtig aufgerüstet. Fast jede Marke hat inzwischen eigene Kalender auf den Markt gebracht, die etwa mit Trüffeln, Marzipan oder kleinen Schokoladentafeln gefüllt sind. "Da gibt es immer mehr hochwertige Produkte. Adventskalender für 20 bis 24 Euro - also einen Euro pro Türchen - sind keine Seltenheit", sagt BDSI-Geschäftsführer Torben Erbrath.

Nach Angaben von Strohmaier wurden im vergangenen Jahr in Deutschland fast 70 Millionen Adventskalender verkauft. "Der Trend geht zum Zweit- oder Drittkalender", sagt Strohmaier. Viele Menschen nähmen sich zum Beispiel einen Kalender mit ins Büro.

Große Experimente machen die Unternehmen zu Weihnachten nicht. "Der Verbraucher verlangt nach Tradition", heißt es beim Aachener Lebkuchen-Hersteller Lambertz. Klassiker wie Printen, Pfeffernüsse und Dominosteine seien ewige Renner. Während die vergleichsweise warmen Temperaturen im Herbst 2009 den Absatz der Lambertz-Gruppe bremsten, sei die Saison dieses Mal mit optimalem "Printenwetter" gestartet. Deshalb rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzplus.

Das erwartet auch Klaus Lellé, Vorstandsvorsitzender von Halloren in Halle. Die nach eigenen Angaben älteste deutsche Schokoladenfabrik mache zwischen September und Dezember etwa 60 Prozent ihres Jahresumsatzes. "Wir gehen von einem Wachstum aus", sagt Lellé. Dazu beitragen sollen unter anderem neue Produkte wie Obstbrand-Pralinen und Weihnachtskugeln.

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