Weihnachtsgeschäft
Unterhaltungselektronik ist der Renner

Volle Geschäfte und klingelnde Kassen: Kurz vor Heiligabend läuft das Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren. Flachbild-Fernsehgeräte und mobile Navigationsgeräte sind dabei nach Darstellung des Einzelhandels die großen Renner.

HB HAMBURG. Der Absatz in der Unterhaltungselektronik sei einmal mehr besonders gut, sagte Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), am Freitag dem Fernsehsender n-tv. „Aber auch die Klassiker im Weihnachtsgeschäft Schmuck und Uhren, Spielwaren, CDs, Bücher und in diesem Jahr auch Möbel laufen gut. Das hat wiederum mit der Mehrwertsteuererhöhung zu tun.“ An diesem Samstag werde nochmal ein kräftiger Ansturm erwartet, hieß es vom Handelsverband Sachsen, der sich mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft insgesamt zufrieden zeigte.

Etwas verhaltener war es dem HDE zufolge vor allem Anfang Dezember noch im Bekleidungshandel. „Aber hier ist in den letzten Tagen auch deutlich mehr Schwung in das Geschäft gekommen, so dass auch die Textilhändler etwas optimistischer in die Zukunft blicken“, berichtete Pellengahr. Dem widersprach aber beispielsweise der Landesverband der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels in Niedersachsen. Die bisher schwachen Umsätze bei Textilien wegen des warmen Wetters hätten zu Nervosität unter den Händlern geführt - Folge seien zahlreiche Rabattaktionen, hieß es aus Hannover.

Für den Einzelhandel geht das Geschäftsjahr voraussichtlich mit einem kleinen Plus zu Ende. Im Weihnachtsgeschäft profitierten dieses Jahr viele Möbelhäuser von der am 1. Januar steigenden Mehrwertsteuer. Vielfach wurden größere Anschaffungen von Einrichtungsgegenständen vorgezogen. Dies gelte auch für Autokäufe. Allerdings sei nach dem guten Weihnachtsgeschäft im kommenden Jahr mit deutlichen Umsatzeinbußen durch die Mehrwertsteuer-Anhebung zu rechnen, sagte Pellengahr im Südwestrundfunk (SWR). „Was jetzt vor Weihnachten an Käufen vorgezogen wurde, das wird sich negativ vor allem eben im ersten Quartal niederschlagen, da wird es einen Rückgang geben.“ Die Mehrwertsteuererhöhung führe gezwungenermaßen zu höheren Preisen, „vielleicht noch nicht ab Januar, aber dann peu à peu“ und das sei schlecht für den Konsum.

Karstadt-Quelle-Chef Thomas Middelhoff rechnet indes nicht mit deutlich steigenden Preisen durch die Mehrwertsteuer-Erhöhung Anfang 2007. Der „Bild“-Zeitung (Freitag) sagte er auf die Frage, ob es einen Preisschock zum Jahreswechsel geben werde: „Ganz klar: nein. In vielen Branchen wird es durch den harten Wettbewerb überhaupt nicht möglich sein, die Preise zu erhöhen.“ So werde der eigene Konzern die Preise „in vielen Bereichen und bei unseren Eigenmarken nicht erhöhen“.

Der HDE-Geschäftsführer blieb indes skeptisch. Im Einzelhandel liege die Rendite lediglich zwischen ein und zwei Prozent. Wie der Handel damit die Erhöhung bei der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte „aus eigener Kasse finanzieren soll, das ist uns ein Rätsel“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%