Weinanbau: Neue EU-Vorschriften für Biowinzer

Weinanbau
Neue EU-Vorschriften für Biowinzer

Weinliebhaber finden dank eines neuen EU-Kennzeichens bald ökologisch hergestellten Bio-Wein in den Regalen. Dann gelten auch bei der Produktion besondere Kriterien. Die neuen Vorschriften gelten ab der kommenden Lese.
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BrüsselFür Biowein in ganz Europa gibt es demnächst ein einheitliches Kennzeichen. Ab der nächsten Lese können Weinbauern den Begriff „ökologischer Wein“ sowie das EU-Biosiegel verwenden. Das hat die Europäische Kommission am Mittwoch in Brüssel mitgeteilt. Bisher gab es zwar europaweite Standards für Wein aus Bio-Trauben, aber nicht für ökologische Herstellungsmethoden.

„Damit herrscht für den Verbraucher nun Klarheit“, urteilt Ralph Dejas vom deutschen Biowinzer-Verband Ecovin. „Wer den Begriff „Bio“ verwenden will, der muss sowohl im Keller als auch auf dem Weinberg ökologisch arbeiten.“ Für die Biowinzer, die Dejas vertritt, werde sich in der Praxis aber nicht viel ändern. Beim Bioverband gebe es bereits Regeln für die ökologische Verarbeitung der Trauben.

Wenn sie das EU-Biosiegel verwenden wollen, müssen Weinbauern auf Sorbinsäure und Schwefelung verzichten. Sulfit, ein weiterer Konservierungsstoff, bleibt erlaubt - allerdings in geringerer Menge als beim herkömmlichen Wein. Bioweintrauben werden laut EU-Kommission auf etwa zwei Prozent der europäischen Weinanbaufläche kultiviert.

Besonders viel Fläche für den Biowein gibt es laut Ecovin in Österreich (8,7 Prozent). In Deutschland sind es 5,2 Prozent - damit liegt die Bundesrepublik hinter den meisten großen europäischen Anbauländern. In Italien wachsen Biotrauben auf 6,8 Prozent der Anbaufläche, in Griechenland sind es 6,3 Prozent, in Frankreich 6 Prozent und in Spanien 5 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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